Interview mit Vorstand der Kaufmannschaft zu neuen Corona-Beschränkungen
„Gut versorgt“ wieder ins Leben gerufen

Billerbeck. Seit Montag gelten auch in Billerbeck die neuen Corona-Beschränkungen. Gastronomiebetriebe und Hotels sind voraussichtlich bis Ende November geschlossen. Speise dürfen nur für den Verzehr in den eigenen vier Wänden geliefert oder abgeholt werden. Zudem müssen alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung und Freizeitgestaltung dienen, abgesagt werden. Unser Redaktionsmitglied Stephanie Sieme hat den Vorstand der Kaufmannschaft „Billerbeckerleben“ (Sabine Zurholt, Heike Geßmann, Helena Hass, Axel Kuhlmann und Marc Lindenbaum) zu den neuen Regeln, das anstehende Weihnachtsgeschäft und zum geförderten Einkaufsgutschein interviewt.

Dienstag, 03.11.2020, 06:26 Uhr
Der Vorstand von „Billerbeckerleben“ hofft, dass die getroffenen Maßnahmen auch die gewünschte Wirkung entfalten und keine Verlängerung oder Verschärfungen erforderlich werden. Foto: Archiv Foto: az

Wie sind die neuen Regelungen in der Billerbecker Geschäftswelt aufgenommen worden?

Sabine Zurholt: Natürlich sehr unterschiedlich. Während einige Branchen – Teile der Dienstleistungen, Gastronomie – durch die komplette Schließung sehr hart getroffen werden, können andere Unternehmen, insbesondere aus dem Bereich des Handels, zumindest ein wenig durchatmen. Es bleibt dabei zu hoffen, dass die getroffenen Maßnahmen auch die gewünschte Wirkung entfalten und keine Verlängerung und/oder weitere Verschärfungen erforderlich werden.

Wie Sie schon sagen, besonders hart getroffen wurden die Gastronomie- und Hotelbetriebe. Gibt es Unterstützung durch das Citymanagement?

Axel Kuhlmann: Gerade die Branchen, die schon durch den Lockdown in der ersten Jahreshälfte 2020 mit am stärksten betroffen waren, stehen jetzt wieder im Fokus. Als Sofortmaßnahme hat unser Citymanagement den Kontakt zur Gastronomie aufgenommen, um abzufragen, wer wann und wie wieder Außer-Haus-Verkauf oder Lieferdienst anbietet. Diese Daten haben wir, soweit schon vorliegend, gebündelt und auf unserer Citymanagement-Website (www.citymanagementbillerbeck.de) zur Verfügung gestellt. Damit lassen wir unsere Aktion „Gut versorgt in Billerbeck“ zunächst für die Gastronomie wieder aufleben. Über weitere Unterstützungsmaßnahmen wird man nachdenken und sprechen müssen.

Welche Auswirkungen haben die neuen Regelungen für die Einzelhändler?

Marc Lindenbaum: Der Einzelhandel ist zunächst froh, dass – Stand heute – ein erneuter Lockdown in dem Bereich erspart bleibt. Die Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Gespräche beabsichtigte eine Beschränkung auf eine Person pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche; die neue Coronaschutzverordnung NRW sieht hier eine Kundin / einen Kunden je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche vor. Das ist insbesondere auch für unsere kleineren Handelsbetriebe ein wichtiges Signal.

Bestehen Sorgen, dass die Menschen die Lust aufs Einkaufen verlieren? Sehen Sie das Weihnachtsgeschäft in Gefahr und wie begegnen Sie dieser?

Heike Geßmann: Bereits jetzt spiegeln uns Mitgliedsbetriebe wider, dass sich das Einkaufsverhalten dahingehend ändert, dass die Menschen – nach vorübergehender Entspannung im Sommer – wieder vorsichtiger werden. Die Lust aufs Einkaufen verliert sich vermutlich nicht, aber es droht wieder eine vermehrte Verlagerung in den Onlinehandel – gerade auch für das Weihnachtsgeschäft. Wir können an dieser Stelle unseren Kundinnen und Kunden nur sagen, dass die Billerbecker Unternehmen für einen persönlichen Besuch in Sachen Infektionsschutz und Hygiene bestmöglich aufgestellt sind. Darüber hinaus können wir auch mit telefonischer Beratung, Lieferung und weiteren Services punkten. Möglicherweise reagieren wir auch mit einer punktuellen Ausweitung von Öffnungszeiten, beispielsweise an einem oder zwei Adventssamstagen. Schon mit ein bisschen Licht und vielleicht adventlicher Musik wäre ein wenig zusätzliche stimmungsvolle Atmosphäre machbar. Damit würden wir den Kundinnen und Kunden auch nochmal deutlich signalisieren: Kauft vor Ort, erledigt eure Weihnachtseinkäufe in Billerbeck! Wir müssen dies noch mit unseren Mitgliedsbetrieben und den weiteren unternehmerischen Akteuren in der Innenstadt abstimmen und werden dann darüber informieren.

Wird der geförderte Einkaufsgutschein immer noch gut angenommen?

Helena Hass: Ja! Circa 80 Prozent des Fördervolumens sind aufgebraucht. Wer also noch in den Genuss eines geförderten Stadtgutscheins kommen möchte, sollte nicht zu lange warten. Erfreulich ist, dass die Einlösequote deutlich gestiegen ist. Der Stadtgutschein, oftmals ein typisches Geschenk, wird also vermehrt gekauft und für den eigenen Bedarf direkt wieder ausgegeben – und die teilnehmenden Unternehmen können jetzt den zum Teil dringend benötigten Umsatz tätigen.

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