An der AFG bildet sich das Kollegium rund ums Distanzlernen weiter fort
„Entscheidend ist, dass wir gut vorbereitet sind“

Havixbeck/Billerbeck. Sporthallen sind geschlossen, Theater- und Kinobesuche unmöglich, persönliche Treffen werden nur noch im allerkleinsten Kreis erlaubt – unter solchen Voraussetzungen wächst im Lehrerkollegium der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) wie auch in der Schülerschaft die Sorge, welche weiteren Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Schule haben wird.

Freitag, 06.11.2020, 13:34 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 17:38 Uhr
An der AFG wird in Seminaren, aber auch in Einzelberatung für das Kollegium Fortbildungen angeboten. Foto: Archiv

„Ich gehe zur Zeit nicht davon aus, dass es für die Schulen einen vollständigen Lockdown geben wird“, sagt Schulleiter Dr. Torsten Habbel in einer Pressemitteilung. „Aber wir müssen nochmals vorsichtiger sein und viele Möglichkeiten in den Blick nehmen, damit wir verantwortungsvoll mit der Pandemie umgehen.“

Damit spricht der Schulleiter den kommenden Elternsprechtag an, der vordringlich über Videokonferenzen stattfinden soll. Zudem seien einzelne Schüler in Quarantäne, die bereits jetzt digital unterrichtet werden. „Entscheidend ist, dass wir gut vorbereitet sind und die Kollegen ebenso wie die Schüler gut im Blick haben und begleiten.“

Daher wird das Kollegium jetzt im Bereich Videokonferenzen und Online-Aufgaben weiter geschult. Das Interesse ist groß. Nach Unterrichtsschluss bieten kompetente Lehrer für ihre Kollegen fortlaufend entsprechende Seminare an, um möglichst alle mitzunehmen. „Ein wichtiges Thema ist der Datenschutz“, sagt Informatiklehrer Nils Lydorf, der in der AFG für den IT-Bereich verantwortlich ist und das Kollegium gemeinsam mit Nikolaus Streibert und Klaus Klein nicht nur in Fortbildungen, sondern auch mit Hilfe von fest in den Stundenplan integrierten Medien-Sprechstunden unterstützt. „Mit unserem Schulserver Iserv haben wir ein Netzwerk etabliert, das als geschlossener Schulserver der Empfehlung des Schulministeriums entspricht.“ Vorausgesetzt werde, dass alle Teilnehmenden das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Recht am eigenen Bild) beachten. „Praktisch bedeutet dies, dass Videokonferenzen weder gefilmt, noch deren Links an Unbeteiligte weitergegeben werden dürfen.“

Über das Bereitstellen von Aufgaben biete das Modul vielfältige Möglichkeiten, den Unterrichtsstoff nahe zu bringen. „Ziel sollte es sein, die Klassen und Kurse nicht nur mit Arbeitsblättern zu versorgen, sondern Impulse durch Bilder oder kleine Filme zu setzen und Zusammenhänge zwischen den Aufgaben zu verdeutlichen.“ Auch die Rückmeldung zu Arbeitsergebnissen und das Beantworten von Fragen sei auf diese Weise gut möglich.

Eins zu eins könne eine Videokonferenz den Präsenzunterricht allerdings nicht ersetzen. „Ich habe bislang keinen Online-Unterricht durchführen müssen, der länger als eine Schulstunde dauerte“, sagt der Medienexperte. Videokonferenzen seien eben nur ein Instrument von vielen und daher längst nicht in jeder Stunde vonnöten. Letztendlich bräuchten die Schüler – wie im Präsenzunterricht auch – vor allem auch Zeit zur individuellen Erarbeitung.

Dass online auch Gruppenarbeit möglich ist, betrachtet Lydorf als Vorteil. In der Fortbildung probierten die Kolleginnen Barbara Plettendorff, Isabell Steinböck und Claudia Spliethoff das Modul „Texte“ praktisch aus. „Jede Teilnehmerin einer Gruppe wählt eine eigene Schriftfarbe aus“, erklärt Steinböck und zeigt auf ihren Bildschirm mit rosa, grün und lila geschriebenen Sätzen. „Den Kindern macht der bunte Text Spaß und wir Lehrende können die Einzelleistung so besser nachvollziehen“, freut sich die Deutschlehrerin einer 5. Klasse, die im Gruppenfeedback auch den Vorteil der Zeitersparnis sieht.

„Präsenzunterricht hat nach wie vor die höchste Priorität, aber wenn bislang Online-Unterricht nötig war, so Nils Lydorf, „lief der richtig gut.“

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