Renovierung und Erweiterung der Zweifachturnhalle
Förderung für Sanierung ausloten

Billerbeck. Zuschussmöglichkeiten soll die Stadtverwaltung prüfen, um für eine Sanierung und Erweiterung der Zweifachturnhalle Förderanträge zu stellen. Das empfiehlt der Schul- und Sportausschuss einstimmig dem Rat. In der Sitzung des Ausschusses präsentierten Stadtverwaltung sowie die Planungsgruppe Dörenkämper und Ahling (PDA) eine Vorplanung. „Es geht nicht darum, nächstes Jahr die Halle zu sanieren. Es geht darum, dass wir ein Konzept für die Sanierung der Halle brauchen, um Fördermittel zu beantragen“, betonte Stadtplanerin Michaela Besecke. Ein vorliegendes Konzept, inklusive Kostenschätzung, sei die Mindestbedingung dafür.

Donnerstag, 03.12.2020, 08:34 Uhr
Die Stadtverwaltung soll für eine Sanierung und Erweiterung der großen Zweifachturnhalle Fördermöglichkeiten prüfen. Foto: Archiv

Um drei Aspekte geht es bei den Planungen für die große Halle am Johannisschulgebäude. „Um die Sanierung, die Lüftung des Großraums und eine behindertengerechte Zugänglichkeit“, so Karl-Heinz Dörenkämper von der PDA. Hauptaugenmerk liegt bei der Sanierung auf dem Dach. Erneuert werden müssen auch Hallenboden und der Prallschutz sowie die Lüftungstechnik, die veraltet sei und derzeit für ein negatives Raumklima sorge. Vorgesehen ist auch eine neue Beleuchtung mit LEDs. Einen barrierefreien Zugang zur Halle gibt es bislang nur über einen Notausgang im hinteren Bereich. Rollstuhlfahrer können so direkt in die Turnhalle, müssen dann aber einmal außen herumfahren, um die Behindertentoilette am Haupteingang zu nutzen. Das soll sich ändern. Zwei Varianten sind dafür erarbeitet worden. Bei Variante I wird der Foyerbereich um rund 60 Quadratmeter vergrößert, eine Rampe errichtet, über die der Weg in die Halle führt, sowie Räume für technische Anlagen und Materiallager geschaffen. Kostenpunkt: rund 2,5 Millionen Euro. Bei Variante II, bei der nur die dringensten Maßnahmen berücksichtigt sind, soll es eine barrierefreie Anbindung über einen Plattformlift direkt an der Tribüne geben. Vorgesehen ist ein Anbau im hinteren Gebäudebereich – ohne Lagermöglichkeiten. Das Foyer bleibt unverändert. Kostenpunkt: rund zwei Millionen Euro. Ein Umbau oder eine Sanierung der Umkleiden und der Geräteräume sei nicht vorgesehen.

Da eine komplette Sanierung ohne Fördermittel laut Stadtverwaltung nicht realistisch sei, solle ein Förderantrag beim Programm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ zu stellen. Die maximal mögliche Förderhöhe liege bei 1,5 Millionen Euro. Deswegen werde geprüft, ob die Dachsanierung mit Photovoltaikanlage im Rahmen eines Förderprogramms zum Klimaschutz möglich sei.

Bei den Ausschussmitgliedern kam die Planung gut an. Sie entschieden sich für Variante I. „Wir finden die Planung gut“, so Ulrich Schlieker (Grüne). Barrierefreiheit sei ein wichtiger Punkt, den sich Billerbeck schon lange auf die Fahne schreibe. Es werde Zeit, die Halle zu sanieren.

„Wir sind für die Rampe, weil sie echte Barrierefreiheit bedeutet“, betonte Marga Köhler (SPD) für ihre Fraktion. Bei einem Lift seien Rollstuhlfahrer immer auf andere Personen angewiesen, die diesen bedienen könnten. Sie wollte zudem wissen, ob Türen von Rollstuhlfahrern geöffnet werden könnten und ob der Umkleidebereich behindertengerecht sei. „Umkleidebereich und Türen sind breit genug. Die Türen müssen aber noch mit einem Elektroantrieb nachjustiert werden“, sagte Dörenkämper. Michaela Hartstock (CDU) wollte wissen, ob eine Induktionsschleife für Hörbehinderte vorgesehen sei. Denn die Halle werde auch für Veranstaltungen genutzt. Die sei zwar bislang nicht vorgesehen, so der Planer, aber sie könne im Boden integriert werden. Es sei kein größerer Kostenfaktor. Birgit Schulze Wierling (CDU) fragte, ob für eine Barrierefreiheit nicht auch der Hallenboden angehoben werden könnte. Dazu Dörenkämper: „Das ist kostenmäßig überhaupt nicht darstellbar.“ Zudem könnten dann auch einige Sportarten nicht mehr durchgeführt werden. Die CDU sprach sich für die Variante I aus. „Das ist eine unfassbare Chance für unsere Stadt“, so Marco Lennertz (CDU).

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