Schulen bereiten sich auf Distanzunterricht vor
„Wir sind gut gerüstet“

Billerbeck. Die Vorbereitungen für den Distanzunterricht, der kommenden Montag nach den verlängerten Ferien startet, läuft auf Hochtouren. „Wir sind gut gerüstet“, sagt Beate Balzer, Leiterin der Ludgeri-Grundschule. Gearbeitet wird dort, wie auch an der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule, dann über die Lernplattform „Teams“, einer Software zur Kommunikation zwischen Lehrern, Lehrern und Schülern sowie Eltern und Lehrern. Video- und Telefonkonferenzen sind möglich, Aufgaben können gestellt, hochgeladen und kontrolliert werden. Auch, wenn die Grundschule auf die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im Frühjahr zurückgreifen könne, gebe es nun einen Unterschied. „Das Lernen ist verbindlicher. Die Kinder sind verpflichtet, die Aufgaben zu bearbeiten“, so Balzer. Und: Es wird auch bewertet. „Wir müssen uns auch im Distanzlernen einen Überblick über die Leistungen – vor allem im 4. Jahrgang – verschaffen, denn die Zeugnisse und Schulform-Empfehlungen kommen ja schon bald“, sagt die Schulleiterin. Die Bewertungen würden mit Augenmaß und mit Blick auf die positiven Aspekte und unter Einbezug der Arbeitsergebnisse in der langen Phase des Präsenzlernens seit Beginn des Schuljahres erfolgen.

Freitag, 08.01.2021, 12:20 Uhr
Die Vorbereitungen für den Distanzunterricht, der am kommenden Montag nach den verlängerten Weihnachtsferien startet, läuft auf Hochtouren. Foto: Archiv

In den vergangenen Monaten wurden die Schulen technisch aufgerüstet. Alle Lehrer der Grundschule und der Gemeinschaftsschule sind vom Schulträger (Stadt Billerbeck) und durch Fördermittel mit Notebooks ausgestattet worden. An Schüler aus Familien ohne digitale Endgeräte seien auch Notebooks verteilt worden. „Alle Geräte, die wir hatten, haben wir an die Schüler ausgegeben“, berichtet Thomas Wischnewski, der die Leitung der Gemeinschaftsschule innehat. Drei Schüler würden noch Notebooks benötigen. Die Geräte seien aber nun da und würden nächste Woche übergeben. Dann seien auch an der Gemeinschaftsschule alle Schüler mit entsprechender Hardware ausgestattet. An der Grundschule seien die Eltern geschult worden, an der Gemeinschaftsschule die Schüler. Unterstützung gibt es für sozial benachteiligte Familien zusätzlich von den Schulsozialarbeitern. Lösungen gebe es auch für Familien, die über kein WLAN oder keinen Drucker verfügen. „Wir werden viel persönlichen Kontakt übers Telefon, an der Haustür oder über den Gartenzaun halten“, betont Balzer. Lernmaterial kann in der Eingangshalle der Schule abgeholt und erledigte Arbeiten dort täglich von 8 bis 12 Uhr abgegeben werden. Auch an der Gemeinschaftsschule haben Schüler die Möglichkeit, im Schulgebäude Lernmaterial abzuholen oder auszudrucken. Anders als an Grundschule fand an der Gemeinschaftsschule schon in der Woche vor den Ferien ein kompletter Distanzunterricht statt. Wischnewski berichtet, dass es gut funktioniert habe. Die Lernplattform sei stabil gelaufen. Kurz vor den Ferien habe es für das Kollegium sogar noch eine Fortbildung rund ums Distanzlernen gegeben. An der Grundschule fand in der Woche vor den Ferien eine Mischung aus Distanz- und Präsenzunterricht statt, weil den Eltern freigestellt wurde, ob ihre Kinder zur Schule gehen oder nicht. Gleiches galt für die Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 der Anne-Frank-Gesamtschule. Nun erfolgt der Distanzunterricht für alle. „Unsere wichtigste Aufgabe besteht darin, auch in den kommenden Wochen eine gute Schule für unsere Schülerinnen und Schüler anzubieten, die Eltern dabei mitzunehmen und unsere Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, damit sie dieser Mammutaufgabe gerecht werden. Dazu benötigen wir alle in erster Linie das Vertrauen, dass wir dies gemeinsam schaffen“, sagt Dr. Torsten Habbel, Leiter der Gesamtschule. Die Lehrer hätten Konzepte erarbeitet, die für alle auf der Homepage einsehbar seien. Der Unterricht stehe und falle mit dem Schulserver „IServ“, „mit dem wir bisher gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Habbel. So biete „IServ“ neben dem Aufgabenmodul auch ein E-Mail-Programm oder Videokonferenzen an. Falls wider erwartend technische Probleme auftauchen sollten, sei die Schule sofort mit der Schulträgerin (Havixbeck) im Gespräch, um Lösungen zu finden. Man solle berücksichtigen, dass Schulen erstmals bundesweit zeitgleich auf online-Formate zurückgreifen und die große Praxisprobe bevorstehe. Habbel: „Schon vor den Ferien konnten wir allen Schülern, die bisher noch nicht auf einen PC zurückgreifen konnten, ein IPad zur Verfügung stellen.“

Erste Anmeldungen für eine Notbetreuung an der Grundschule liegen auch schon vor. „Wir rechnen noch mit weiteren“, so Beate Balzer, die davon ausgeht, dass es pro Grundschulstandort zwei Notbetreuungsgruppen geben werde. Auch in der Notbetreuung werden die Schüler Gelegenheit haben, an den Unterrichtsaufgaben zu arbeiten. „Sie werden auch die Möglichkeit erhalten, an den Videokonferenzen mit der eigenen Klasse teilnehmen zu können“, berichtet die Schulleiterin. Auch die Anne-Frank-Gesamtschule bietet eine Notbetreuung für die jüngeren Jahrgänge an. „Bei dringendem Bedarf sollen sich Eltern bei der Schule melden, doch bisher ist noch kein Schüler angemeldet“, wie Schulleiter Dr. Torsten Habbel berichtet. An der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule gibt es keine Notbetreuung, weil diese Schule auslaufend ist und es dort keine jüngeren Jahrgänge mehr gibt.

Weitere Fragen klären die Schulen und stellen Infos auf ihren Homepages und per Mail zur Verfügung.

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