Freiwillige Feuerwehr zieht Bilanz
Kameraden rücken zu 102 Einsätzen aus

Billerbeck. Zu 102 Einsätzen ist die Freiwillige Feuerwehr in 2020 ausgerückt. Das berichtet das Leitungsteam, das aus Wolfgang Langner, Matthias und Florian Heuermann besteht. Die Kameraden löschten Kleinfeuer, befreiten eingeklemmte Menschen aus Autos, sicherten und beleuchteten Unfallstellen, beseitigten Ölspuren und umgestürzte Bäume, pumpten Wasser aus Keller heraus, leisteten Hilfe bei einer beschädigten Gasleitung an der Osterwicker Straße und halfen Menschen in Notlagen. Großbrände gab es keine, aber einen schweren Verkehrsunfall im vergangenen Oktober.

Dienstag, 26.01.2021, 09:58 Uhr
Das alte Feuerwehrgerätehaus: Noch rücken die Kameraden von hier aus zu ihren Einsätzen aus. Doch das wird sich ändern. Am Friethöfer Kamp wird aktuell ein neues Gerätehaus errichtet. Foto: Archiv

Es liegt ein arbeitsreiches Jahr hinter den Billerbeckern. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeige: Die Einsätze werden mehr. So sei die Zahl laut Leitungsteam von rund 60 auf 70 und dann auf rund 80 gestiegen. Für die vergangenen vier Jahre sieht es folgendermaßen aus: 2016 rückte die Wehr zu 82 Einsätzen aus, 2017 waren es 94. Seit 2018 sind es über 100. 116-mal wurden die Kameraden in 2018 alarmiert. 2019 waren es zwar etwas weniger, aber dennoch 107. „In den vergangenen Jahren hat es immer an die 100 oder über 100 Einsätze gegeben. Nun ist es das dritte Jahr hintereinander mit über 100 Einsätzen“, berichtet Florian Heuermann. Die tatsächliche Anzahl der Feuer habe sich dabei aber nicht erhöht. Ein Teil der Steigerung über die vergangenen Jahre lasse sich auf den seit einigen Jahren verpflichtenden Einsatz von Brandmeldern im privaten Bereich und denen sich daraus ergebenen Alarmierungen zurückführen. Damit seien auch mehr Fehlalarme verbunden. „Wir stellen oftmals vor Ort fest, dass Gott sei Dank nichts brennt“, so Florian Heuermann. Ein weiterer Aspekt: Die Menschen seien heutzutage mit Handys und Smartphones viel mobiler unterwegs. Ein Anruf sei schneller gemacht. Die Erkennung erfolge viel früher. „Wir können dadurch auch viel früher eingreifen“, so der Feuerwehrmann, der auch betont: „Besser einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig.“ Es gebe aber noch viele weitere Faktoren, die bei der Steigerung der Einsatz-Anzahl eine Rolle spielen würden. So zum Beispiel auch das erhöhte Verkehrsaufkommen.

Vor neue Herausforderungen in 2020 hat das Coronavirus auch die Feuerwehr gestellt. Die Pandemie bestimmt den Alltag der Kameraden, der unter Corona-Bedingungen angepasst werden musste. „Auf dem Weg und während des Einsatzes müssen Masken getragen werden“, berichtet Matthias Heuermann. Kommen die Kameraden am Einsatzort an, „müssen sie sofort die Fahrzeuge verlassen“, sagt Wolfgang Langner. Um den Abstand wieder zu wahren. Wer in welchem Fahrzeug gesessen habe, werde außerdem auch festgehalten. Bislang sei niemand der Kameraden mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Dienstabende mussten mit dem ersten Lockdown im Frühjahr ausfallen. Die Wehr ist dann schnell einen, neuen digitalen Weg gegangen. Digitale Theoriedienstabende folgten. Selbstgedrehte Videos, in denen beispielsweise gezeigt wird, wie im Notfall Türen geöffnet oder Aggregate richtig bedient werden, wurden an die Kameraden verschickt. Erst in den Sommermonaten habe es wieder Präsenz-Übungsangebote gegeben – in voneinander getrennten Kleingruppen an unterschiedlichen Tagen. Leistungsnachweise, Grillabende und Feste – das hat es in den Sommermonaten auch nicht gegeben. Kontakte wurden eingeschränkt, um die Wehr leistungsfähig zu halten. Dabei ist es die Kameradschaftspflege, die bei einer Feuerwehr sehr wichtig ist und die nicht nur aus dem dienstlichen Austausch, sondern auch aus dem privaten besteht. Die Kameraden müssen sich bei einem Einsatz aufeinander verlassen können. Sie müssen sich kennen. Atemschutzlehrgänge und kleine Fortbildungen hat es im vergangenen Jahr noch gegeben. „Aber alles auf Sparflamme“, so Florian Heuermann. Jetzt, im zweiten Lockdown finden Treffen erneut nur online statt. Viele digitale Besprechungen gibt es. Schließlich hat die Wehr trotz Lockdown alle Hände voll zu tun. „Viele Entscheidungen müssen getroffen, vieles koordiniert und abgestimmt werden“, sagt Wolfgang Langner.

Das Jahr 2021 ist ein besonderes Jahr für die Feuerwehr. Im Herbst ist der Umzug vom alten Gerätehaus an der Mühlenstraße ins neue am Friethöfer Kamp geplant. Das alte entspricht nicht mehr den heutigen, gesetzlichen Anforderungen. Rund 4,7 Millionen Euro investiert die Stadt Billerbeck in den Bau des neuen Gerätehauses. Es sei schade, dass die Kameraden die Bauphase coronabedingt nicht so begleiten könnten wie gedacht. „Aber wir versuchen die Kameraden trotzdem dabei mitzunehmen“, so Matthias Heuermann. Ein Film über das neue Gerätehaus sei gedreht worden, um den Kameraden eine digitale Begehung anzubieten. Die Freude auf den Umzug ins neue Gerätehaus sei groß. Das Leitungsteam lobt die gute Zusammenarbeit in der Planungsphase mit Stadt, Politik, Architekten und Baufirma. Jede Entscheidung sei mit der Wehr besprochen worden.

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