Parkplatz am ehemaligen K&K-Gebäude ist privat
„Ab Montag lassen wir abschleppen“

Billerbeck. Freitagmorgen auf dem Parkplatz am ehemaligen K&K-Gebäude Lilienbeck. Eine junge Frau braust mit ihrem Auto an und parkt es auf einer der Stellflächen des Friseursalons Kopfkunst. Den Hinweis, dass es sich hier um einen Privatparkplatz handelt, beantwortet sie zunächst mit „ich will ja nur mal eben...“ und nach kurzer Diskussion mit einem wutschnaubenden „jetzt weiß ich, zu welchem Friseur ich nie gehen werde.“ Situationen dieser Art gibt es jeden Tag viele – und das wollen die im Gebäude und in der unmittelbaren Nachbarschaft ansässigen Dienstleister und Geschäftsleute nicht mehr hinnehmen. Sie haben sich zum Ortstermin versammelt und Bürgermeisterin Marion Dirks eingeladen.

Samstag, 27.02.2021, 06:02 Uhr
Dieser Parkplatz ist nicht öffentlich nutzbar, das betonen beim Ortstermin (v.l.) Julia von Busse, Christina Peirick (beide Physioteam Billerbeck), Bürgermeisterin Marion Dirks, Heike Matyschok (Hand & Fuß), Annekathrin Daniel (Kopfkunst) und Jakob Sawatzky (Johanni-Apotheke). Foto: Ulrike Deusch

„Das ist ein Privatparkplatz, den wir für uns und unsere Kunden benötigen“, stellt Christina Peirick vom Physioteam Billerbeck klar. Außer der Praxis für Physiotherapie haben hier Hand & Fuß (Kosmetik/Mode), der Friseursalon Kopfkunst, die Arztpraxis Dr. Meyer zu Westrup, Zahntechnik Schleich & Hanses sowie die Johanni-Apotheke Stellflächen. „Das ist kein öffentlicher Parkplatz. Mit freundlichen Ansprachen ist es vorbei. Ab Montag lassen wir abschleppen“, redet Heike Matyschok (Hand & Fuß) Klartext.

Die Dienstleister betonen, dass das Problem nicht erst besteht, seitdem die große Baustelle im Rahmen des Innenstadtausbaus vor der Haustür liegt. Christina Peirick: „Das begleitet uns schon jahrelang und hat sich aktuell höchstens leicht verschärft.“ Mit den Anwohnern sei man im Gespräch. Peirick: „Da haben wir mal mehr, mal weniger Gehör gefunden.“ Richtig verärgert sind die Betroffenen über die vielen Autofahrer – auch aus Billerbeck – die mit dem Hinweis „ich möchte doch nur mal eben“ auf den privaten Flächen parken, um in der Stadt etwas zu erledigen. Auch sonntags wollen die Mieter ihre Parkplätze nicht freigeben. „Oft genug habe ich es erlebt, dass am Sonntag ein Auto abgestellt wurde, das Montag noch da stand, weil zum Beispiel der Besitzer nach einem gemütlichen Abendessen mit ein paar Gläschen Wein in der Stadt lieber zu Fuß nach Hause gegangen ist“, beschreibt Annekathrin Daniel (Kopfkunst) eine typische Situation. „Außerdem haben wir selber auch sonntags oft in unseren Räumen etwas zu erledigen.“

Bürgermeisterin Marion Dirks kann den Unmut der Dienstleister verstehen. „Das ist eindeutig ein Privatparkplatz, das muss man gar nicht diskutieren.“ Sie appelliert an die Billerbecker und Besucher in der Stadt, öffentliche Stellflächen zu nutzen. Davon gebe es genügend. „Wir als Stadt freuen uns, dass das ehemalige K&K-Gebäude nach langem Leerstand von guten Anbietern genutzt wird“, warnt sie davor, Dienstleister und Geschäftsleute zu schädigen. Dirks ermuntert sie, das Abschleppen konsequent durchzusetzen. Parallel tragen sich die Betroffenen mit dem Gedanken, die Fläche durch eine Kette abzusperren. Eine Schranke mit Umfahrt brauche zu viel Platz.

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