Besondere Pilz-Entdeckung an der Berkelquelle
Gefährdete Art sorgt für rote Farbtupfer

Billerbeck. Versteckte Ostereier – oder was sind das für rote Farbtupfer im Wald? Diese Frage stellten sich Billerbecker Spaziergänger vor einigen Tagen an der Berkelquelle. Schon vom Weg aus waren in Bodennähe seltsame, bis zu fünf Zentimeter große Gebilde zu sehen. Mit Hilfe von Claudia Lahn und Dr. Irmtraud Papke von der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Münsterland konnte das Rätsel gelöst werden.

Montag, 05.04.2021, 09:52 Uhr
Diese Pilzart steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Foto: Dr. Irmtraud Papke

Bei den auffälligen Funden im Bereich der Berkelquelle handelt es sich um den Österreichischen Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca), einen Pilz, der in feuchten Wäldern morsches Laubholz, vor allem Erlen oder Weiden zersetzt, wie das Biologische Zentrum in einer Pressemitteilung schreibt. Der Pilz ist an geeigneten Stellen, wie auch hier in dem vom Naturschutzzentrum Coesfeld betreuten Gebiet, im zeitigen Frühjahr zu finden.

Wie kommt es nun zu dem Namen? Ist der Pilz aus Österreich eingeschleppt worden? Das vermuten die Pilzkundlerinnen nicht. Der Pilz sei zwar in Österreich vor knapp 150 Jahren zuerst untersucht worden, er sei aber in NRW an vielen Stellen anzutreffen. Trotzdem sei es ein besonderer Fund, denn es handelt sich um eine Pilzart, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, so das Biologische Zentrum. An diesem schönen Pilz dürfen sich die Spaziergänger also erfreuen, er darf aber nicht abgepflückt werden.

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