Coesfeld
Mit nur einem Klick

Coesfeld. Als würde man einen Stein ins Wasser werfen. So beschreibt Daniel Pfau die Technik, die hinter dem landesweiten Probealarm steckt, der am Donnerstag (7. 3.) um 10 Uhr nicht nur im gesamten Stadtgebiet zu hören sein wird, sondern im ganzen Kreis Coesfeld. „Wir lösen hier in der Kreisleitstelle zentral den Alarm aus, der dann über Funk die nächst gelegenen Empfänger im Kreis erreicht. Diese wiederum geben den Alarm an die folgenden Empfänger weiter“, erklärt der Leiter der Kreisleitstelle. Quasi wellenförmig breitet sich das Signal aus. Eben so, als würde man einen Stein ins Wasser werfen. Das alles geht so schnell, dass die rund 30 Sirenen im Kreis beinahe gleichzeitig anfangen zu heulen.

Dienstag, 05.03.2019, 17:31 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 05:46 Uhr
Daniel Pfau (r.), Leiter der Kreisleitstelle, Ulrich Helmich (l.), Dezernent für öffentliche Sicherheit beim Kreis und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr in der Kreisleitstelle an der Alten Münsterstraße. Von hier wird zentral der Probealarm, der landesweit zwei Mal im Jahr stattfindet, im Kreisgebiet ausgelöst. Foto: Jessica Demmer

In Coesfeld gibt es vier Sirenen, drei im Stadtgebiet – am Heriburg-Gymnasium, bei den Stadtwerken an der Dülmener Straße und bei der Feuerwehr am Rottkamp – und eine in Lette am Feuerwehrgerätehaus, wie Stadtsprecherin Andrea Zirkel berichtet. „Wir haben noch vier weitere Sirenen in Planung, die voraussichtlich Mitte des Jahres installiert werden sollen.“ Somit könnten diese rein theoretisch auch beim nächsten landesweiten Probealarm, der zwei Mal im Jahr stattfindet, zu hören sein.

Ganz digital funktioniert dieser mit nur einem Klick. Für Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr eine gute Sache. „Es wurde kritisch diskutiert, ob die Bevölkerung überhaupt weiß, was die Sirenen bedeuten. Am Ende wurde beschlossen, den landesweiten Probealarm einzuführen und die entsprechende Infrastruktur wieder aufzurüsten“, so Dr. Schule Pellengahr. „Es muss ja nicht das Schlimmste passieren, aber eine Warnung geben zu können, macht auf jeden Fall Sinn.“ Im Falle von Großbränden, Naturkatastrophen, Massenunfällen oder ähnlichen Ereignissen können so auch Bürger informiert werden, die nicht unmittelbar über Radio, Fernsehen oder Internet erreicht werden. Nach der Premiere im September 2018 ist dies nun der zweite Probealarm, der landesweit stattfindet. In allen NRW-Kommunen werden zeitgleich die örtlichen Warnkonzepte getestet. Zusätzlich wird landesweit per Warn-App „Nina“ – die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes – eine Warnmeldung verschickt.

Auch für Ulrich Helmich, Dezernent für öffentliche Sicherheit beim Kreis, ist der Alarm selbst und zugleich eine rechtzeitige Information der Bevölkerung vorab wichtig. „Wir müssen sehen, dass die Sirenen funktionieren und wollen gleichzeitig die Menschen nicht erschrecken. Aber die meisten wissen schon Bescheid und sind wirklich sehr aufmerksam.“

Im Gegensatz zum regulären Warnsignal, das ganz kurz jeden ersten Samstag im Monat in der Stadt getestet wird, dauert der Alarm am Donnerstag drei Minuten, wie Ulrich Helmich erklärt. „Zuerst gib es eine Minute eine Entwarnung, dann folgt eine einminütige Warnung und abschließend wieder eine einminütige Entwarnung.“ Und das alles mit nur einem Klick.

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