Coesfeld
Vom hässlichen Entlein zum Schwan?

Coesfeld. Neben der Bärenapotheke eröffnet sich Coesfelds Hinterhof-Welt. Wer dem kleinen, nicht gerade idyllischen Gässchen folgt, quert die Kuchenstraße und gelangt hinter der „Wooly“ bis zum üppigen Pergola-Grün eines Durchgangs am Café Käthchen (Katharinenstift). Wenn es ganz still ist, kann man sie manchmal ganz leise plätschern hören, aber sonst ahnt kaum jemand, dass unter dem hässlichen Betonboden, der nur durch kleine Schlitze und ab und an einen Abfluss unterbrochen wird, die Berkel fließt. Im Rahmen des Projektes „Urbane Berkel“ wird sie zurzeit überall im Stadtgebiet wieder sicht- und erlebbar gemacht. Der Schlosspark erfreut sich großer Beliebtheit und seit kurzem ist auch der wegen des vielen Betons nicht unumstrittene Wiemann-Weg wieder freigegeben. An besagtem Gässchen war allerdings schnell klar, dass man dort den Betondeckel nicht einfach „lüften“ kann – zu eng ist die Bebauung dafür. Doch es gibt vom Stadtplanungsbüro SWUP aus Berlin Ideen, wie das Gässchen so gestaltet werden kann, dass aus dem städtebaulich gesehen hässlichen Entlein doch noch ein schöner Schwan werden könnte.

Montag, 01.04.2019, 18:52 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 10:40 Uhr
Von Hinterhofidylle kann am Berkelgässchen (hinten rechts die Bären-Apotheke) bislang keine Rede sein. Das könnte sich ändern. Foto: Detlef Scherle

Wie genau, das wird ein Vertreter des Büros am Mittwoch im Planungs-Ausschuss (16 Uhr, öffentliche Sitzung im Rathaus) vorstellen. Einiges verrieten die Planer schon vorab: Möglich wären an einigen Stellen des Gässchens „Einblicke in den Berkeltrog“. Besonders pfiffig: Wasser soll teilweise auch an der Oberfläche des Deckels sichtbar, hörbar und fühlbar sein. Der Besucher soll zudem beim Gang vom Katharinenstift bis zur Kupferpassage (beziehungsweise auch umgekehrt) den Lauf der Berkel von ihrer Quelle in Billerbeck bis zur Mündung in die Ijssel in Zutphen (Niederlande) nachempfinden können.

„Gestalterische Inszenierung“ nennt sich das. „Ein Ziel der Planung ist, die Aufenthaltsqualität dort zu erhöhen“, erläutert Stadtsprecherin Andrea Zirkel den Hintergrund. Die Berkel soll auch in diesem schwierigeren baulichen Umfeld erlebbarer gemacht werden. Außerdem will die Stadt die Chance ergreifen, „die Berkel und ihre Anrainerstädte als identitätsstiftendes deutsch-niederländisches Merkmal“ hervorzuheben, heißt es in der Vorlage für die Sitzung. Zudem entsteht durch die Neugestaltung des Bereiches auch eine neue attraktive Achse für den Fahrrad- und fußläufigen Verkehr.

Ob das alles so kommen soll, darüber muss allerdings erst einmal die Politik befinden. Ob die Pläne konkretisiert werden sollen, darüber entscheiden der Planungsausschuss und letztlich der Stadtrat.

Geben die Politiker grünes Licht, soll auch die Öffentlichkeit in die weitere Planung eingebunden werden. Vor allem die Anlieger sollen um ihre Meinung zu dem Projekt und um weitere Anregungen dazu gebeten werden.

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