Coesfeld
Bäume schützen – aber wie?

Coesfeld. Einig sind sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Planen und Bauen und die Stadtverwaltung über den hohen Stellenwert gesunder Bäume in der Innenstadt.

Sonntag, 03.11.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 11:10 Uhr
Auch diesen Baum auf der Verkehrsinsel an der Großen Viehstraße/ Ecke Pumpengasse im öffentlichen Straßenraum wollten die Grünen planungsrechtlich abgesichert wissen. Foto: Manuela Reher

Die Fraktion der Grünen jedoch hatte beantragt, unter anderem alle Bäume in der Fußgängerzone sowie alle 42 Bäume im Schlosspark und weitere Bäume im öffentlichen Straßenraum in der Innenstadt planungsrechtlich abzusichern.

Diesem Antrag hat das Gremium nicht entsprochen, sondern ist mit zehn Ja-Stimmen dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Dieser sieht vor, dass vor Beginn der Planung zum Ausbau weiterer Straßen und der Fußgängerzone eine umfassende Bestandsaufnahme anzufertigen ist und dem Rat zur Entscheidung vorzulegen ist.

Erster Beigeordneter Thomas Backes machte deutlich: „Ohne Zustimmung des Rates der Stadt Coesfeld werden Bäume nur entfernt, wenn diese Schädigungen aufweisen oder aus technischen Gründen der jeweilige Baumstandort nicht mehr tragbar oder Gefahr im Verzug ist.“ Der Gesundheitszustand der Bäume werde daher regelmäßig von der Verwaltung geprüft und bewertet. Als Leiter des städtischen Bauhofes habe Theo Reckert stets ein Auge darauf, dass die Bäume genügend Platz für die Wurzeln haben. Bei allen neuen Bebauungsplänen werde das ohnehin immer im Vorfeld geprüft, sagte Backes. In den achtziger Jahren sei das versäumt worden.

Erich Prinz (Grüne) führte als Begründung für den Antrag seiner Fraktion ins Feld, dass die Planung eine andere sei, wenn die Bäume bereits geschützt seien. Das betreffe insbesondere die Neuplanung der Fußgängerzone. Prinz betonte: „Je älter ein Baum wird, desto mehr leister er für das Stadtklima. Um eine einzige solche Buche nach dem Fällen zu ersetzen, müssten 2000 Jungbäume gepflanzt werden. Mehr Grün in der Stadt ist eindeutig der wirkungsvollste Weg für eine Stadt, wenn sie verhindern will, dass ihren Einwohnern im wahrsten Sinne die Luft zum Atmen ausgeht.“ Im übrigen gehe es auch darum, als Stadt für Privatleute ein Zeichen zu setzen, dass Bäume einen hohen Wert haben, sagte Prinz.

Bernhard Lammerding (CDU) kommentierte dazu: „Bäume zu schützen, ist wichtig, aber die bisherige Regelung reicht aus.“ Wolfgang Kraska (FDP) sprach sich für einen Bestandsschutz aus und unterstützte den Antrag der Grünen. „Ich finde es schade, alte Bäume zu beseitigen“, sagte er. Gewisse Bäume würden das Stadtbild prägen und sollten für künftige Generationen erhalten bleiben.

André Ulrich Kretschmer (SPD) kommentierte: „Wir haben lernen müssen, dass wir allein aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht alle Bäume erhalten können.“ Als Beispiel führte er die Bernhard-von-Galen-Straße am Schlosspark an.

Laut Beschlussvorschlag der Verwaltung ist nun nicht nur eine Entscheidung für zukünftige Planungen getroffen. Planungsrechtliche Absicherung wird es aber dennoch geben – und zwar für die sanierten Standorte der Hainbuchen im Rathaus-Innenhof, die neuen Baumstandorte in der Bernhard-von-Galen-Straße und Münsterstraße und die neuen Baumstandorte in der Hinterstraße.

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