Beim Kunstverein erproben Kinder und Jugendliche den Linolschnitt
In der Weihnachtsdruckerei

Coesfeld. Esma hat schon einen Tannenbaum und zwei Sterne in ihre Druckplatte geschnitzt. „Ein Geschenk und ein Herz möchte ich noch dazustellen“, sagt die Zehnjährige. Es weihnachtet im Kunstverein Münsterland, wo sich einmal wöchentlich die Türen zur Druckwerkstatt für Kinder und Jugendliche öffnen. Statt Kindergeplapper herrscht Schweigen in den Räumen am Jakobiwall, denn die Arbeit an den Druckstöcken erfordert Konzentration. Weihnachtsmotive sollen die kleinen Künstler inspirieren. Erst danach dürfen sie zu den Schnitzwerkzeugen greifen, um die Linolplatten zu bearbeiten.

Samstag, 07.12.2019, 16:16 Uhr
Gar nicht so einfach: Mit speziellen Schnittwerkzeugen wird das Negativ-Motiv in die Druckplatte geschnitten. Foto: az

„Buchstaben müsst ihr seitenverkehrt schnitzen, damit sie hinterher auf dem Druckbild richtig herum zu sehen sind“, erklärt Ingrid Teiner, die zusammen mit Lisa Heisterkamp die Druckwerkstatt leitet. Ganz schön kniffelig. Maja (9) bekommt es hin. In Spiegelschrift zeichnet sie zunächst mit dem Bleistift einen Weihnachtsgruß auf die Platte, bevor sie zum Schnitzmesser greift.

Merle (10) ist schon recht weit mit der Bearbeitung ihrer Platte. „Das ist gar nicht so einfach. Die Linolplatte ist hart. Man muss erst ein Gefühl dafür bekommen“, stöhnt sie leise.

Akribisch achten die Dozentinnen darauf, dass das Schnitzwerkzeug auch sicher gehandhabt wird. „Ihr müsst das Werkzeug immer von der Hand weg führen, sonst verletzt ihr euch“, ermahnt Teiner ihre Schützlinge wiederholt.

„Als Druckplatte eignet sich alles, in das man etwas hineinritzen kann. Die fertigen Druckstöcke werden anschließend eingefärbt und dann wie ein Stempel auf Papier gedrückt. Nach dem Druck können die Kinder noch mit Aquarellstiften oder Dekomaterial ihren ganz persönlichen Druck verfeinern, auch mit silbernen und goldenen Papierschnipseln, denn schließlich ist Weihnachten“, skizziert Teiner die verschiedenen Arbeitsschritte. „Jeder macht das nach seinem Können und seiner Fantasie“, ergänzt Heisterkamp.

In der Druckwerkstatt geht es nicht darum, absolute Meisterwerke zu fertigen. Die Kinder sollen vielmehr die uralte Technik des Druckens kennenlernen, erfahren, wie die Menschen früher Wissen und Eindrücke zu Papier gebracht haben, als es noch keine Drucker gab, die per Mausklick fertige Texte und Bilder ausspuckten. Und natürlich sollen die jungen Künstler ihrer Fantasie freien Lauf lassen und kreative Weihnachtsgeschenke für ihre Lieben zaubern.

7 Jeden Dienstag ab 16 Uhr wird weitergearbeitet. Jederzeit können neue Kinder dazukommen.

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