Lesung der Brüder Westendorf
„Eine Suche nach christlicher Identität“

Coesfeld (emk). „Heute habe ich erfahren, dass die christliche Geschichte in Coesfeld mit Karl dem Großen beginnt, also weit vor unserer Mühle, die 1214 erstmals erwähnt wurde“, zeigte sich Heinz Seesing, Eigentümer der Bischofsmühle, nach der Buchvorstellung von Dieter und Hans-Jochen Westendorf beeindruckt. Die Brüder Westendorf haben nach zweijähriger Recherchearbeit das Buch „Wie Gott nach Coesfeld kam. Kleine Geschichte der Christianisierung von Paulus bis Liudger“ veröffentlicht (wir berichteten). Rund 40 Personen folgten der Dialoglesung der Autoren, die durch musikalische Beiträge von Manfred Wordtmann (Saxophon) bereichert wurde.

Sonntag, 08.12.2019, 15:18 Uhr
Autor Dieter Westendorf (l.) mit den Benediktinern Bruder Liborius (M.) und Bruder Jakobus (r.) aus dem Kloster Gerleve. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Dieter und Hans-Jochen Westendorf zeichneten in der Lesung den Weg des Judentums und den Weg des Christentums nach. Die Mythenbildung um den Fall Jerichos und die babylonische Gefangenschaft waren die ersten Etappen ihrer Lesung. Das Leben Jesu umfasste einen weiteren Themenkomplex des Abends.

Mit historischen Sprüngen von der Zeit, als das Christentum im römischen Reich Staatsreligion war, bis hin zur Taufe des fränkischen Königs Chlodwig 498 führte der weitere Weg der Lesung.

Erst danach schwenkten die Autoren über zur Mission der Friesen und Sachsen durch Willibrord und Beornrad im westlichen Münsterland, die durch Liudger vollendet wurde. Urpfarreien wurden im Münsterland noch vor der Zeit Liudgers gegründet, welche die Patrozinien französischer Heiliger erhielten. Die Pfarreien in Billerbeck und Coesfeld seien vor Liudger um 780/785 gegründet worden, ergänzte Hans-Jochen Westendorf.

Für Willy Hälker, über 34 Jahre Organist in St. Lamberti, bot dieser Abend nicht allzu viel Neues: „Ich habe mich als Organist schon immer mit der Geschichte des Christentums im Münsterland beschäftigt. Ich fand es interessant, dass verschiedene Orte im Münsterland erwähnt wurden, in denen die Christianisierung schon sehr früh stattfand.“

Erika Brambrink, Schwester der Autoren, zeigte sich begeistert: „Ich kannte vorher einiges, wusste aber nicht, wie das alles zusammenhängt.“ Historikerin Edeltraud Balzer, auf deren Forschungen sich die Brüder Westendorf immer wieder beziehen, lobte das Buch: „Es ist eine Suche nach der christlichen Identität im Münsterland.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7118070?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker