Vision String Quartet begeisterte Publikum im Konzert Theater
Mit den Musikern auf Tuchfühlung

Coesfeld. Das Vision String Quartet gibt es seit 16 Jahren. Damals gründeten Jakob Encke (Violine), Daniel Stoll (Violine), Sander Stuart (Viola) und Leonard Disselhorst (Violoncello) ihr Quartett, als sie noch Studenten beim Artemis Quartett in Berlin waren.

Dienstag, 10.12.2019, 21:54 Uhr
Ein besonderes Konzerterlebnis genoss das Publikum im Konzert Theater, das die Musiker (v.l.) Vineta Sareika (Violine), Sander Stuart (Viola), Daniel Stoll (Violine) und Leonard Disselhorst (Violoncello) gleichsam einrahmte. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Ihre hervorragende Ausbildung hat sie auf die Bühnen dieser Welt getragen und sogar auf die Bühne im Konzert Theater in Coesfeld. Allerdings standen die Musiker nicht auf der wohlbekannten Bühne, erhöht über den Köpfen des Publikums schwebend und in Frontalansicht.

Das Quartett stand mitten im Publikum, das sie umrahmte. Und noch etwas war anders. Da Encke verhindert war, konnten sie Vineta Sareika (Violine) gewinnen, die auch neue Impulse in das ursprünglich geplante Programm brachte.

Das Streichquartett Nr. 4 von Grazyna Bacewicz war neu ins Programm gekommen. Stoll gab ein paar kurze Hinweise auf die polnische Komponistin, die die Musik 1951 geschrieben hatte. Der erste Satz begann sanft und lyrisch fließend.

Schon sehr bald mündete ihre Musik in ein scheinbar ungeordnetes Durcheinander, das wieder abgelöst wurde von ruhigen Passagen. Man vergleiche es mit Herzrasen und Herzstillstand im Wechsel. Vor allem Sareika übernahm die Leitstimme, füllte sie mit einem berührenden Temperament aus, dem die anderen drei Musiker in nichts nachstanden.

Auch in Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquartett Nr. 2 a-moll op. 13 und in Franz Schuberts Streichquartett Nr. 14 d-moll D 810 übernahm sie immer wieder die musikalische Führungsrolle. Romantische Passagen mischten sich in eindrucksvoller Weise mit schnellen Sequenzen. Sareika wagte immer wieder den Dialog mit den anderen Streichern.

Der Cellist Disselhorst sorgte besonders im Adagio von Mendelssohn Bartholdy für die nötige Dynamik und den prägnanten Austausch. Der Komponist hatte dieses Werk im Jahre 1827 geschrieben, nachdem er die Todesnachricht seines Vorbilds Ludwig van Beethoven erhalten hatte.

Viele Beethoven-Zitate baute Mendelssohn Bartholdy ein in dieses Quartett, die von den jungen Musikern virtuos herausgearbeitet wurden.

Die Interpretation des Quartetts der Musik von Schubert wirkte dagegen fast beruhigend. Immer wieder spielte das Quartett das Leitmotiv heraus im Allegro, verlor es wieder und fand es nach aufgewühlten Klangballungen wieder. Überraschend war der sanfte Ausklang.

Am Ende wurde das Quartett mit stehenden Ovationen belohnt. Mehrmals wurden die Musiker wieder auf die Bühne gelockt. Mit einer kleinen Zugabe bedankten sie sich für diese Begeisterung.

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