Tiny-House-Arbeitskreis lotet Möglichkeiten aus
Grundstück für Mini-Häuser im Blick

Coesfeld. In eine mögliche Tiny-House-Siedlung in Coesfeld kommt Bewegung. Der Arbeitskreis, der sich der Realisierung einer solchen kleinen Wohngegend mit Mini-Häusern verschrieben hat, nimmt dabei ein Grundstück in Goxel näher in den Fokus. Dieses soll sich in der Nähe der Reithalle Flamschen befinden. Ein Problem könnte sich jedoch noch auftun: der Abstand zu den nächsten Windkraftanlagen, die kaum einen Kilometer entfernt stehen.

Dienstag, 07.01.2020, 09:54 Uhr
Mini-Häuser wie dieses könnten vielleicht bald auch in Coesfeld eine kleine Tiny-House-Siedlung bilden. Die Häuser dürfen nur so groß sein, dass sie eine Straßenzulassung bekommen (maximal 2,55 m breit und 4 m hoch) und sich auf einem Anhänger transportieren lassen. Foto: Küste/Wiki Commons

Um das zu klären, wollen sich die sechs Mitarbeiter des Arbeitskreises am 22. Januar zusammensetzen und auch mit Vertretern der Stadt das weitere Vorgehen abstimmen. „Es sind noch viele Fragen offen“, sagt Arbeitskreissprecherin Ulla Schollmeyer. Diese reichen vom Baurecht, über Ausnahmegenehmigungen bis hin zu Satzungsänderungen. „Wir haben auch schon Kontakt nach Karlsruhe, wo es eine Beispielsatzung gibt“, erklärt Schollmeyer, dass schon viele Hebel in Bewegung gesetzt werden. Sie freut es indes, dass das Thema Tiny House immer größere Kreise zieht. „Bei unserem Tiny-House-Stammtisch sehen wir auch immer wieder neue Gesichter, aber auch viele, die über den aktuellen Stand der Dinge informiert werden wollen.“ Den Kern der Hauptinteressenten bildet die Arbeitsgruppe mit sechs Leuten. Dazu kommen im Stammtisch noch zehn bis 20 weitere Personen, die das minimalistische Leben in einem Tiny House in Betracht ziehen. Erfreulich sei auch, dass sich die Stadt offen für das Thema zeigt.

Stadtsprecherin Andrea Zirkel wollte auf Nachfrage ein konkretes Grundstück in Goxel nicht bestätigen, aber: „Es gibt erste Ideen und es zeichnet sich ab, dass diese Flächen eher am Rand der Stadt liegen könnten.“ Wichtig bei den Planungen: „Die mögliche Fläche muss als allgemeine Siedlungsfläche im Regionalplan ausgewiesen sein“, betont sie.

Für Gisela Schmitz, die den Tiny-House-Stammtisch seinerzeit ins Leben gerufen hatte, kommt eine Siedlung am Rande der Stadt nicht infrage. Sie hat sich inzwischen aus der Organisation zurückgezogen. „Ich hatte damals an eine stadtnahe Lösung gedacht“, zeigt Schmitz sich etwas enttäuscht und fügt aber gleich an: „Ich freue mich natürlich für alle anderen, die sich eine solche Siedlung auch im Außenbereich vorstellen können.“ Ihr persönlich helfe eine solche Lösung jedoch aus Mobilitätsgründen nicht weiter. Dabei hatte Schmitz nach eigenen Angaben bereits ein innerstädtisches Grundstück von privater Hand angeboten bekommen. Der einzige Haken daran: Es handelt sich um ein Gewerbemischgebiet. „Wenn man in andere Kommunen schaut, sind da auch Sondergenehmigungen möglich“, so Schmitz. Doch im Gespräch mit der Stadt habe diese „die Idee vom Tisch gefegt“. „Wenn stadtnah etwas umgesetzt werden könnte, wäre ich wieder dabei“, betont Schmitz. 7 Der nächste Tiny-House-Stammtisch findet am 12. Februar um 19.30 Uhr im Kolpinghaus in Coesfeld statt.

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