DRK beklagt weiterhin rückläufige Blutspender-Zahlen
„Schön ist es immer noch nicht“

Coesfeld. Die Blutspendebilanz des DRK in Coesfeld und Goxel beschreibt Heiko Steckel, der zusammen mit seiner Frau Cornelia und einer Handvoll weiterer Helfer für die Koordination und Betreuung der Blutspendetermine verantwortlich ist, nüchtern in einem Satz: „Schön ist es immer noch nicht.“ Was er meint: Seit 2018 sind die Zahlen rückläufig, 2018 sei sogar das schlechteste Jahr seit Langem für das DRK gewesen. „2019 zeigte sich die Tendenz weiter rückläufig, wenn auch nicht mehr so stark wie in 2018.“ 1596 Personen haben in Coesfeld und Goxel insgesamt im vergangenen Jahr Blut gespendet, das sind 48 Personen weniger als noch 2018. Ein Minus von knapp drei Prozent. 2018 musste das DRK noch einen Einbruch von gut 13 Prozent verzeichnen.

Donnerstag, 09.01.2020, 11:18 Uhr
Foto: az

Die Ursachenforschung gestaltet sich schwierig. „Woran der Rückgang genau liegt, können wir nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine allgemeine Tendenz, denn wir haben unsere Abläufe nicht geändert“, überlegt Heiko Steckel. Das Wetter, zum Beispiel der heiße Sommer im vergangenen Jahr, sei jedenfalls kein ausschlaggebender Faktor für die Blutspendebereitschaft.

Während Goxel noch stabile Zahlen aufweist mit 309 Wiederholungsspendern (2018: 307) und elf Erstspendern (2018: 9), gab es in Coesfeld weniger Menschen, die wiederholt Blut gespendet haben. Waren es 2018 1266 Personen, so sind es 2019 nur noch 1209 gewesen. „Das mag sicherlich auch an dem Alter der Menschen liegen, die regelmäßig Blut spenden“, mutmaßt der Experte. Denn dies sei nur bis zum letzten Tag vor dem 76. Geburtstag möglich. „Erstspender können das noch bis zum 68. Lebensjahr machen“, erklärt Steckel. Und diese Möglichkeit nehmen viele wahr: „Es kommen auch immer mehr ältere Mitbürger zum ersten Mal zu den Terminen.“

Immerhin: In Coesfeld gab es fünf neue Erstspender in 2019 und einige neue, jüngere Helfer, die punktuell unterstützen. „Wir freuen uns wirklich sehr über die Verstärkung zu unseren Blutspendeterminen.“

Abschließend möchte Heiko Steckel noch mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen. „Wir hören immer wieder, dass wir an dem Blut verdienen. Schließlich würden es die Leute kostenlos abgeben und die Krankenhäuser dem DRK eine Gebühr dafür bezahlen. Das ist faktisch zwar richtig, aber damit decken wir nur unsere Kosten.“ Denn durch die Aufbereitung und die Untersuchung des Blutes sowie die Durchführung der Blutspendetermine zum Beispiel entstünden Kosten. „Das DRK investiert also zunächst Geld und bekommt es später so zurück. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und dürfen gar keinen Gewinn machen. Wir verdienen uns also keine goldene Nase“, betont Heiko Steckel und hofft, so den einen oder anderen noch zur Blutspende in diesem Jahr bewegen zu können.

7 Die kommenden Termine für die Blutspende: In Coesfeld am kommenden Donnerstag (16. 1.). Generell liegen die Termine an jedem dritten Donnerstag im Monat, außer im Mai (wegen des Feiertages auf den Mittwoch davor verschoben) in der Zeit von 15.30 bis 20 Uhr, Rotkreuzzentrum „Henry Dunant“, Alte Münsterstraße 2a. In Goxel findet der nächste Termin am 4. Februar in der Zeit von 16 bis 20 Uhr im Pfarrheim Herz Jesu statt.

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