Anna-Katharina-Gemeinde setzt Friedhofsgespräche in 2020 fort
„Es waren immer Menschen da“

Coesfeld. Nach der Bilanz der Friedhofsgespräche gefragt, die die Anna-Katharina-Gemeinde im vergangenen Jahr erstmals auf dem Jakobi-Friedhof und dem Friedhof an der Marienburg angeboten hat, können die Verantwortlichen nicht nur mit bewegenden und abwechslungsreichen Geschichten aufwarten, sondern auch mit einem Versprechen. „Wir machen weiter“, freut sich Pastoralreferentin Ulla Rendels. „Es waren immer Menschen da, wir haben sonntags dort nie alleine gestanden. Es lohnt sich.“ Nur die Uhrzeit wird sich etwas ändern. „Wir starten eine halbe Stunde später um 15 Uhr, das Ende soll so gegen 17.30 Uhr sein“, erklärt Ulla Rendels und betont zugleich: „Es ist ein offenes Ende, kein Gespräch wird abgebrochen.“

Dienstag, 14.01.2020, 11:12 Uhr
Die Friedhofsgespräche, ein Angebot des Ausschusses „Trauer und Tod“ des Pfarreirates Anna Katharina, werden auch 2020 fortgesetzt: (v.l.) Ulla Rendels, Theresia Haverkämper, Renate Haumann und Mechthild Dilkaute. Es fehlt Hedwig Börger. Foto: Archiv

Gespräche, die gab es reichlich im vergangenen Jahr. „Rund 35 Personen haben uns allein auf dem Jakobi-Friedhof besucht.“ Dabei sind die Mitglieder des Ausschusses „Tod und Trauer“ des Pfarreirates mindestens zu zweit vor Ort gewesen. „Wenn man selbst in einem intensiven Gespräch ist, dann kann der andere weitere Menschen begrüßen.“ Oft seien es ältere Personen gewesen, die das Angebot angenommen haben, berichtet Theresia Haverkämper, die auch als Ansprechpartnerin auf den Friedhöfen gestanden hat. „Wir hatten Trauergespräche, aber auch lustige Unterhaltungen. Die Menschen erzählen uns einfach das, was sie gerade beschäftigt.“ Und das waren ganz unterschiedliche Dinge, wie sie sich mit einem Lächeln erinnert. „Eine ältere Dame sprach uns an und wollte Tipps zur Grabgestaltung. Ein andere wiederum fragte, was sie denn in ihrer Freizeit unternehmen könnte.“ Als Touristenführer fungierten die Ausschussmitglieder auch zwischendurch. „Einmal kam eine Gruppe Radfahrer, die sich Friedhöfe in der Umgebung angeschaut hat. Ihnen haben wir dann ein bisschen was zur Geschichte erzählt“, so Theresia Haverkämper.

Vor allem aber standen auch ernste Gespräche im Vordergrund. „Eine Dame hatte ihren Mann zwei Wochen vorher verloren und erzählte ohne Punkt und Komma. Wir waren einfach da und haben zugehört“, so Theresia Haverkämper. Zeit und Geduld seien da die wesentlichen Stichworte. „Um so eine Aufgabe wirklich gut zu machen, muss man selbst ein solches Leid erfahren haben. Mein Mann ist vor sechs Jahren einfach beim Rasenmähen umgekippt. In der ersten Zeit nach seinem Tod ist immer jemand mit mir zum Friedhof gegangen. Als ich das erste Mal ganz alleine dort war, habe ich bitterlich geweint.“ Eine frühere Bekannte habe sie dort gesehen und in den Arm genommen. „Das hat mir wirklich gut getan.“ Da habe sie es sich zum Ziel gemacht, sich ebenfalls für trauernde Menschen einzusetzen. So wie jetzt bei den Friedhofsgesprächen. „Für einige Menschen, die uns dort besuchen, ist es oft das erste Wort, das sie an diesem Tag sprechen. Dann hören wir einfach zu und reichen eine Tasse Kaffee. Denn mit einer solchen in der Hand kann man sich wunderbar unterhalten.“

7 Das erste Friedhofsgespräch in diesem Jahr findet am Sonntag, 26. April, um 15 Uhr auf dem Jakobi-Friedhof statt.

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