Fraktionen wollen gemeinsam an der Zukunft des Puppen- und Spielzeugmuseums arbeiten
Runder Tisch soll Klarheit bringen

Coesfeld. Im Kern waren sich alle Mitglieder des Kulturausschusses am Dienstagabend einig: Das Puppen- und Spielzeugmuseum soll erhalten bleiben, die Frage ist nur, wie? Wegen des zunehmenden Alters der Vereinsmitglieder und der schwieriger werdenden Gewinnung aktiver neuer Mitglieder hatte der Verein darum gebeten, zu prüfen, ob die Stadt nicht einspringen und künftig die Verantwortung für das Museum übernehmen könnte. Stadtbaurat Thomas Backes machte deutlich, dass es bei der Diskussion nicht um die Bewertung der Sammlung selbst gehe, „sondern um die Prüfung, ob eine mögliche Übernahme auch in den Kriterienrahmen passt, den dieser Ausschuss in 2019 genau für solche Anfragen beschlossen hat.“ Die zweite Frage wäre, was in der Folge zu tun sei, sollte sich die Stadt zur Übernahme entscheiden, denn für städtische Museen gälten andere Maßstäbe als für privat geführte.

Donnerstag, 13.02.2020, 06:19 Uhr
Foto: az

Für Rosemarie Niemeier (CDU) war der Antrag auf Prüfung einer möglichen „Ausfallbürgschaft“ durch die Stadt jedoch ein Schritt zu schnell. „Wir schlagen vor, dass wir uns zunächst fraktionsübergreifend mit jeweils einem Vertreter, dem Ehepaar Langehanenberg als Inhaber des Museums und der Verwaltung, vertreten durch die Leiterin der städtischen Museen, Dr. Kristina Sievers-Fleer, und Fachbereichsleiterin Dr. Mechtilde Boland-Theißen an einen Runden Tisch setzen. Dann können wir in Ruhe prüfen, wie es weitergehen kann und welche Fördermittel es für den Erhalt des Museums geben könnte.“ Sie schlug außerdem vor, dass die Stadt zunächst Mitglied im Förderverein werden könne.

Irmgard Potthoff (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützte die Idee des Runden Tisches. „Das ist ein sehr charmanter Vorschlag, auch wir wollen das Museum erhalten.“ Dieter Goerke (AfC) brachte einen weiteren Vorschlag ins Rennen: „Uns schwebt vor, dass wir das Museum auch ins Natz-Thier-Haus bringen können, jetzt wo die Bürgerstiftung dort nicht mehr einzieht. Die Ausstellung im Erdgeschoss, Lagerfläche im Obergeschoss.“ Mit dem Café, das in das daneben leerstehende Ladenlokal kommen soll, sei das eine ideale Kombination.

Auch für Hermann-Josef Vogt (SPD) hat das Museum Potenzial. „Aber wir schaffen das nicht alleine. Wir bräuchten einen externen Experten, der uns in der Einschätzung und der Entwicklung begleitet. Gerade auch im Hinblick auf eine mögliche Übernahme durch die Stadt.“ Die damit verbundenen Kosten von mehreren tausend Euro sahen die übrigen Ausschussmitglieder aber zunächst kritisch.

Stadtbaurat Thomas Backes hinterfragte noch einmal die Ziele des Runden Tisches. „Soll geschaut werden, wie es dem Museum weiterhin möglich ist, so zu arbeiten wie bisher oder soll schon ein künftiges Museumskonzept entwickelt werden?“ Heinrich Volmer (Pro Coesfeld) schlug vor: „Erst einmal sollten wir schauen, wie es mit dem ehrenamtlichen Engagement gut weitergehen kann und mögliche Fördermittel erkunden. Irgendwann wird sicher die große Finanzfrage kommen.“ Aber bis dahin, so waren sich alle einig, gelte es, zunächst die aktuellen Bedürfnisse zu erkennen.

Dass diese den Fraktionen wichtig war, zeigte sich, als Martina Vennes (Pro Coesfeld) um eine zehnminütige Unterbrechung der Sitzung bat, um sich mit dem Ehepaar Langehanenberg zu besprechen, das im Zuschauerraum Platz genommen hatte. Nach einem fraktionsübergreifenden, kurzen Gespräch stimmte der Ausschuss am Ende einstimmig zunächst für eine offene Diskussion am Runden Tisch.

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