Neubau am Akazienweg soll trotz Anliegerkritik dreigeschossig bleiben
Grünes Licht für geänderte Planung

Coesfeld (ds). Auf der bisherigen Freifläche an der Ecke Am Wietkamp/Akazienweg soll eine dreigeschossige Wohnanlage mit 24 Einheiten und einer Tagespflegeeinrichtung entstehen. Der Bebauungsplanentwurf dafür war – wie berichtet – von der Politik zunächst auf Eis gelegt worden, nachdem Anwohner die „massiven Baukörper“ an dieser Stelle abgelehnt hatten. Die Verwaltung verhandelte daraufhin mit dem Investor noch mal nach. „Das hat sich gelohnt“, befand im Planungsausschuss Thomas Stallmeyer von der SPD. Es sei gelungen, etliche Kritikpunkte abzumildern oder sogar ganz aufzulösen. So sei eine Bushaltestelle verlegt worden, auf dem Areal gebe es nun mehr Parkplätze. „Da hat sich was getan“, lobte auch Christoph Micke (CDU) den Kompromiss. Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP stimmte der Ausschuss mehrheitlich dafür, den geänderten Plan offenzulegen und das Bebauungsplanverfahren weiterzuführen.

Freitag, 14.02.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 06:02 Uhr
So soll der Wohnpark am Akazienweg aussehen. Die Dreigeschossigkeit soll beibehalten werden. Allerdings kommt der Investor den Anliegern in anderen Kritikpunkten entgegen. Zeichnung: Brüning + Hart Foto: az

Nach wie vor nicht berücksichtigt sahen dagegen Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld und Grüne den Hauptkritikpunkt der Anlieger: die Dreigeschossigkeit. „Es ist eine zu erdrückende Wirkung da. Wir sind mit der Lösung nicht zufrieden“, meinte Erich Prinz (Grüne). „Das sind nach wie vor zu viele Wohnungen“, schlug Hans-Theo Büker (Pro Coesfeld) in dieselbe Kerbe. Auch Dieter Goerke forderte nach wie vor eine Verkleinerung des Projektes.

Für die Stadtverwaltung unterstrich Beigeordneter Thomas Backes, dass sich die Baukörper aus seiner Sicht nahtlos in die Umgebung einfügten: „Ich weiß nicht, warum wir das nicht machen sollten.“ Er erinnerte auch an den Ratsbeschluss, durch Nachverdichtung mehr Wohnraum zu schaffen. Für 24 Wohnungen sei an dieser Stelle „genügend Platz“.

Für den Investoren machte sich auch Wolfgang Kraska (FDP) stark: Man müsse das Recht desjenigen beachten, der an dieser Stelle bauen möchte. „Was rundherum bereits genehmigt ist, darf dort nicht mit Trick 17 ausgeschlossen werden“, hob er hervor.

Backes stellte in dem Zusammenhang allerdings klar, dass der Stadtrat „Herr des Verfahrens“ sei und über die Festsetzungen entscheide. Niemand habe Anspruch auf eine bestimmte Änderung des Bebauungsplans. Wenn der Stadtrat zum Beispiel Zweigeschossigkeit beschließen würde, könnte der Investor dagegen nicht klagen.

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