Bilder-Streit und Bürgermeister-Wahl prägen das diesjährige Büttprogramm
Glitzer, Glamour und Gags nonstop

Coesfeld. Was für ein berauschender Abend! Ganz viel Hollywood mit Glitzer und Glamour, aber noch viel mehr Coesfeld bringt AnKoBlu am Samstag auf die Bühne im ausverkauften Kolpinghaus. Mit tollen Musikeinlagen (u. a. Blaue Husaren, Bütt a Band) und Dance-Acts (Tanzcentrum Coesfeld). Vier Candy-Boys jagen den Puls der Damen hoch. Dazu: Gags nonstop.

Montag, 17.02.2020, 06:42 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 11:08 Uhr
Foto: Detlef Scherle

Heimische „Promis“ schlüpfen in teils pikante Rollen. Da fragt Norbert Lütkenhaus als Pfarrer beim Bistum nach, was er mit zwei schwulen Störchen auf dem Pfarrhaus machen soll. Tim Schlotmann, der mehrere Gesprächspartner mimt, hat als Weihbischof die Lösung: „Wir reagieren wie immer.“ Mit einem Sichtschutz um das Nest. Denn schwule Störche seien „nur ein Problem, wenn man sie sieht.“

Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel, der dem AZ-Vorschlag folgt und als Batman erscheint, tritt bei „Let’s Dance“ an. Das sei „die größte Herausforderung, die ich mir dieses Jahr vorstellen kann“, grinst er. „Für mich sah das mehr aus wie ein Pferdegalopp“, liest Joachim Llambi alias Stephan Heidemann „Daddy cool“ nach dem Auftritt die Leviten. Als die Jury nur 15 von 30 Punkten vergibt, muss Moderator Daniel Hartwich alias Johnny Pieper ihn trösten: „Ich drück die Daumen für die Bürgermeisterwahl.“ Auch aufs Parkett wagen sich Pastor Franz Westerkamp („Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin.“) und Stephan Prost (neben Prinz Markus I. ein weiterer Ehrengast von der Die-La-Hei). Letzterer gewinnt am Ende den Pokal.

Batmans Widersacherin Eliza Diekmann, verkleidet mit rotem Overall und Guy-Fawkes-Maske als moderner „Robin Hood“ aus der Netflix-Serie „Haus des Geldes“, verfolgt das Spektakel lachend im Publikum. Am „Frühstückstisch“ von Ehepaar Eckrodt schwärmt Ehefrau Silke für George Clooney alias Gerrit Tranel: „An dem stimmt alles, die ganze Aurora.“

Auch ein vierköpfiges Seelsorge-Team von St. Lamberti, das Coesfelder zu Stars und die Bernhard-von-Galen-Straße zum „Walk of Fame“ machen will, nimmt sich der Kandidaten an: „Was macht die Diekmann überhaupt den ganzen Tag außer Kaffeetrinken?“ fragen sie. Und: Ob sie den Bürgermeister-Job wohl auch an vier Tagen schaffen wird? „Freitags streikt sie doch immer.“ Für Ex-Kreisdirektor Joachim L. Gilbeau haben sie einen Ruhestands-Tipp: „Als Vorleseopa im Kindergarten am Gerlever Weg direkt bei ihm zuhause gegenüber.“ Ja und Dechant Johannes Arntz habe das Dita-von-Teese-Porträt (Bilder-Streit an der VHS im vergangenen Sommer) erworben – ganz im Sinne von Pastoralreferentin Ruth Fehlker als Verfechterin von Maria 2.0: „Die wollen ein neues Frauenbild in der Kirche.“ In einer weiteren Nummer, einem Integrationskurs in der VHS mit Ricardo Magistro, kommt das Kunstwerk von Arianna Sanna auch nochmal vor: „Dieses Bild ist jede Sünde wert“, singt er. Darüber hinaus kreieren „Eliza Doolittle Diekmann“ und ihre Freundin Greta (Bettina Mauermann und Jutta Timmer) in bester „Fridays for Future“-Manier neue Bauernregeln: „Wenn die Magd mit Datteln handelt, hat das Klima sich gewandelt.“

Tranel und Diekmann bekommen es im mehr als fünfstündigen Überlängen-Programm sogar noch mit närrischen Konkurrenten um das Bürgermeisteramt zu tun: Jannik Hütt von der Karnevalisten-Partei will Dita von Teese sogar als Statue auf dem Marktplatz aufstellen: „Als lebensgroßes Statement mitten in der Innenstadt.“ „Mit mir wird es keinen Lexit geben“, kündigt indes Stephan Heidemann von der Antoniner-Partei mit Blick auf separatistische Letteraner an. Außerdem fordert er: „Parkplätze nur für Coesfelder.“

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