„Mythos Coco“ – ein Ballett nach der Choreografie von Peter Breuer im Konzert Theater
Schon zu Lebzeiten eine Legende

Coesfeld. In den Mittelpunkt seines Handlungsballetts „Mythos Coco“ stellt der Choreograph Peter Breuer die Kultfigur Coco Chanel. Am Donnerstag (5. 3.) um 19.30 Uhr wird es vom Ensemble des Europaballett St. Pölten im Konzert Theater tänzerisch dargeboten. Mit starken Emotionen und Pariser Flair bringen die österreichischen Gäste das Leben dieser Mode-Ikone in einer anspruchsvollen Choreografie auf die Bühne.

Mittwoch, 26.02.2020, 18:30 Uhr
Um eine Frau, die sich schon zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht hat, dreht sich das Handlungsballett von Peter Breuer am 5. März im Konzert Theater: Coco Chanel. Foto: az

In der klaren Formensprache einer Coco Chanel transportieren Körperausdruck, Gesten und tänzerische Figuren Gefühle. Mit versierter Schauspielkunst erzählen die Tänzer die Liebesaffären der „Chanel“, ihre Momente von Freude, Trauer und Einsamkeit. Breuer erzählt auch die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs und charakterisiert diese in einer wechselnden Bewegungssprache. Die Auftritte werden eckiger und aggressiver, Interaktionen zwischen Paaren und den Hauptfiguren ruppiger und dramatischer.

Musikalisch wählt Breuer eine Kollage aus Kompositionen von Schostakowitsch, Gershwin, Fauré, Honegger, Milhaud, Poulenc, Scriabin oder Satie sowie Chanson-Einspielungen einer Juliette Greco und Josephine Baker. Diese Musikauswahl geht ins Ohr, greift ans Herz und verleiht der Handlung damit inhaltlich – besonders ein früher Coco-Song – die zeittypische Atmosphäre.

Das Singen war ihre Leidenschaft. Jeden Abend sang Gabrielle Chanel ihr Lieblingslied „Qui qu’a vu Coco dans l’ Trocadéro“ vor zahlreichen Offizieren in der Rotonde der Garnisonsstadt Moulin. Talent zum Singen hatte sie nicht, doch forderte das Publikum mit „Coco! Coco!“ stets eine Zugabe. So kam es, dass der Name Coco an Gabrielle hängen blieb und ihr Glücksbringer wurde. Ein Markstein ihrer Vita wurde die Anstellung bei einem Schneider in Moulin. 1913 eröffnete Gabrielle mithilfe eines reichen Liebhabers ihr erstes Geschäft, wo sie ihre Anregungen und Ideen verarbeitete, die sie auf der Straße, in der Arbeits-, Alltags- und Sportwelt zusammengesucht hatte. Im Kontext ihrer Zeit wurde sie zur Erfinderin, zur Schöpferin des Chanel-Looks, indem sie aus Männersachen Frauenkleidung machte. Von da an prägte sie die Grundlinie der Mode im 20. Jahrhundert.

Coco befreite die Frauen aus ihrem Korsett und wurde zu einer vermögenden Geschäftsfrau. Als Mensch galt sie als schwierig, verbittert, zuweilen aggressiv. Ihre Disziplin und ihr starker Wille ließen sie immer wieder aufstehen, auch dann, wenn Kritiker und Kundschaft ihre Kollektion verrissen. Als entkräftete 70-Jährige besiegte sie mit ihren Tweed-Kostümen die männliche Konkurrenz und etablierte sich bis in die USA. Am 10. Januar 1971 starb Gabrielle Coco Chanel vereinsamt, zurückgezogen in ihrem Zimmer im Ritz. Choreograph Peter Breuer widmet sich in seinem biographischen Handlungsballett dem Mythos einer Frau, die die Modewelt revolutioniert, die Kunstwelt ihrer Zeit inspiriert und sich selbst schon zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht hat.

Die Ballett-Company unter Leitung von Michael Fichtenbaum umfasst Ensemblemitglieder aus mehr als zehn Nationen, die nationale und internationale Produktionen tanzen.

Karten gibt es zu den Preisen von 21, 25 und 29 Euro auch im AZ-Ticketservice, Rosenstraße 2.

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