Kriminalität geht in Coesfeld zurück
Mehr als die Hälfte der Fälle aufgeklärt

Coesfeld. Das Leben in der Stadt Coesfeld ist im vergangenen Jahr noch etwas sicherer geworden. Wie die Polizei gestern bei ihrer Jahres-Pressekonferenz zur Kriminalitätsentwicklung mitteilte, lag die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (Straftaten pro 100 000 Einwohner) bei 6353 – das sind 658 weniger als 2018. „Das ist ein relativ guter Wert“, erläuterte Polizei-Sprecherin Britta Venker auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Gesamtzahl der Straftaten im Stadtgebiet ging von 2545 auf 2301 zurück. Und mehr als die Hälfte (54,72 %) klärten die Ordnungshüter auf. Das ist nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres (55,91 %).

Dienstag, 03.03.2020, 05:40 Uhr
Foto: az

Die Fahrraddiebstähle machten mit 267 (Vorjahr: 329) Fällen einmal mehr den Löwenanteil bei den Straftaten aus. Der deutliche Rückgang ist nach Auskunft von Venker darauf zurückzuführen, dass weniger Serien zu verzeichnen waren. „Sonst hatten wir es beispielsweise am Schulzentrum schon mal so, dass jeweils 50 bis 70 Fahrräder gestohlen wurden“, erklärte sie. Das habe es 2019 nicht gegeben. Außerdem hat die Polizei es geschafft, etwas mehr Fälle (27 statt 23 im Vorjahr) aufzuklären. Das entspricht einer Quote von etwas über zehn Prozent. 2018 waren es nur knapp sieben Prozent.

Es gibt aber nicht nur Rückgänge, sondern auch Verschiebungen in andere Deliktsbereiche. So hat es in der Stadt Coesfeld 2019 zwar „nur“ 26 Einbrüche (neun weniger als im Vorjahr) gegeben, dafür stieg aber die Zahl der Diebstähle insbesondere von hochwertigen Kfz von vier auf elf stark an. Auch „Enkel-Trick“ und Co. scheinen für Täter unterm Strich lukrativer zu sein als Wohnungseinbrüche.

Leicht rückläufig ist die schwere Gewaltkriminalität in der Kreisstadt. 61 (Vorjahr: 63) Fälle von Raub, Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung registrierten die Polizeibeamten. Innerhalb dieses „Blocks“ war aber auch einiges in Bewegung. Straftaten gegen das Leben gab es gar keine. Die Zahl der Vergewaltigungen schnellte dagegen von einer auf sechs in die Höhe. Das seien alles Beziehungstaten gewesen, erläuterte Venker. Überfallartige Vergewaltigungen von unbekannten Tätern habe es in Coesfeld in 2019 nicht gegeben. Sie führt den Anstieg auch auf ein verändertes Anzeigeverhalten nach einer Gesetzesänderung und der Sensibilisierung durch die #MeToo-Bewegung sowie den Vorfällen in Lügde zurück. | Kreis Coesfeld

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