31-jährige Mutter wegen Körperverletzung zu Geldstrafe verurteilt
Aus Angst vor Kindesentzug ausgerastet

Coesfeld. Nicht nur gegenüber ihrem Noch-Ehemann, sondern auch gegenüber einer Mitarbeiterin des Jugendamtes ist eine 31-jährige Coesfelderin handgreiflich geworden. Auch weil sie die Polizei im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst hat, ist die Frau am Montag vom Amtsgericht wegen Körperverletzung, Nötigung, Verleumdung und Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt worden.

Dienstag, 10.03.2020, 16:36 Uhr

Die junge Mutter gab an, in einem emotionalen Ausnahmezustand gewesen zu sein, da ihr Noch-Ehemann und Vater ihrer zweijährigen Tochter gedroht habe, ihr das Kind wegzunehmen. Vorangegangen seien Beziehungsstreitigkeiten. Sie sei von ihrem Mann „misshandelt“ worden. Daraufhin habe sie aus Notwehr gehandelt und ihrem Mann einen Schlag gegen den Körper versetzt. Auch das Auto ihres Noch-Ehemanns habe sie aus Wut mit einer Kohleschaufel und einer Metalltaschenlampe beschädigt. „Bei mir sind die Sicherungen durchgebrannt“, sagte sie. Den Schaden in Höhe von 4500 Euro habe sie aber inzwischen beglichen.

Die Angeklagte zeigte sich geständig. Sie gab auch zu, einer Mitarbeiterin des Jugendamtes einen Schlag ins Gesicht versetzt und Mails mit Lügen über die Mitarbeiterin verbreitet zu haben.

All das bereue sie. Sie habe sich schriftlich für ihr Fehlverhalten entschuldigt. Inzwischen habe sie eine ambulante Therapie gemacht, um ihre Gefühlsausbrüche in den Griff zu bekommen.

Die 31-Jährige räumte auch ein, die Polizei, die ihr bei einer Autofahrt folgte, mit mehreren Vollbremsungen zum Bremsen gezwungen zu haben. Sie war grundlos mit eingeschaltetem Warnblinklicht unterwegs gewesen.

Der Richter redete der Beschuldigten bei der Verkündung des Urteils ins Gewissen. Auch wenn man sich ungerecht behandelt fühle, berechtige das nicht dazu, anderen etwas Unrechtes zu tun – schon gar nicht, wenn diese nur ihrem Job nachgehen würden.

Der Verteidiger führte ins Feld, dass seine Mandantin genügend gestraft sei, weil ihr Kind jetzt bei seinem Vater leben würde. Inzwischen würde das getrennt lebende Paar aber auf der elterlichen Ebene wieder gut miteinander klarkommen.

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