Ärger wegen Zurückverlegung des Samstags-Marktes
Händler bleiben wegen Baustelle die Kunden weg

Coesfeld. Am Wochenende fand der Samstags-Markt nach fast einem Jahr baustellenbedingter Pause wieder an alter Stelle statt – in der Letter Straße im Schatten der Jakobi-Kirche. „Uns war vom Stadtmarketing-Verein mitgeteilt worden, dass die Baustellensituation nun vorbei sei, und wir von der Schüppenstraße wieder dorthin zurückziehen sollen“, berichtet Markus Rogge, Obst- und Gemüsehändler aus Warendorf. Vor Ort habe sich die Lage dann aber ganz anders dargestellt: „Da ist immer noch eine Baustelle. Und die teilt den Markt jetzt sogar in zwei Teile.“ Je nach Blickrichtung habe man Stände gar nicht mehr sehen können. „Die Baustelle verdeckte sie“, klagt Rogge. Und das hatte Folgen: „Die Kunden sind Samstag weggeblieben.“ So seien beim parallelen Markttermin in Warendorf seine frischen Erdbeeren fast alle ausverkauft gewesen. „In Coesfeld konnte ich sie wieder mitnehmen.“

Mittwoch, 01.04.2020, 16:32 Uhr
Für die Kunden war von der Kupferpassage aus nicht erkennbar, dass hinter der Baustelle auch noch Stände aufgebaut waren. Fotos: privat Foto: az

Beim Wochenmarkt, erklärt er, sei das sehr sensibel mit der Verlegung von Ständen – stünden sie nur ein paar Meter weiter weg, fänden Kunden sie schon nicht mehr. „Die steuern uns sehr gezielt an.“ Und die Baustelle hätte das nun noch erschwert. Zudem hätten Kunden teils auch noch weit laufen müssen, weil der direkte Weg zum Parkplatz Pfauengasse – ebenfalls durch eine Baustelle – versperrt war.

Die Stadtwerke nutzen die Corona-Zeit gerade bewusst dafür, Rohre zu verlegen, weil die meisten Geschäfte eh geschlossen bleiben müssen. „Wusste der Stadtmarketing-Verein das nicht?“ fragt Rogge. Es wäre besser gewesen, während der Baustellensituation den Interims-Standort zu belassen. Er und seine Kollegen hätten dadurch das Nachsehen gehabt. „Die Umsatzeinbrüche sind enorm“, ärgert er sich. Besonders sauer ist er auch darüber, dass der Mitarbeiter des Stadtmarketing-Vereins vor Ort „kein Einsehen“ gezeigt habe. „Von unserer Seite haben wir uns kompromissbereit gezeigt“, so Rogge – aber der Mitarbeiter „hat jede Diskussion abgelehnt“. Auch die meisten Kunden, die noch kamen, hätten da nur mit dem Kopf geschüttelt.

Der Stadtmarketing-Verein will trotz erneuter Baustellen-Situation daran festhalten, dass der Samstags-Markt zurück in die Letter Straße zieht. Stadt-Sprecherin Andrea Zirkel mutmaßte auf Nachfrage, dass die geringere Kunden-Resonanz beim ersten Mal an alter Stelle auch daran liegen könnte, dass die Rück-Verlegung noch nicht ausreichend bekannt gewesen sei. „Das ist wahrscheinlich noch nicht durchgedrungen.“ Auch das Monatsende, die allgemeine Corona-Situation oder das Wetter könnten eine Rolle gespielt haben. Per Anzeige will die Stadt den neuen alten Standort nun zum nächsten Termin bewerben. Außerdem sollen künftig Aufsteller vor der Kupferpassage darauf hinweisen, dass der Samstagsmarkt wieder in der Letter Straße stattfindet. Drei Händlern, die sich am Montag nochmal beim Stadtmarketing-Verein gemeldet haben, sei zudem per Mail angeboten worden, „in einem gemeinsamen Gespräch (sobald das wieder möglich ist) zu klären, wo Verbesserungswünsche und Anregungen sind.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7352853?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker