Online-Besichtigungen keine Option für Immobilienbüro Helling
„Der Verkäufer wartet dann auch mal im Garten“

Coesfeld (jd). Online-Besichtigungen oder das ausschließliche Versenden von Bildern sind für ihn keine Option. „Die Vermietung oder der Verkauf von Immobilien passiert auch in diesen Zeiten immer noch persönlich“, so Thomas Helling, Inhaber des gleichnamigen Immobilienbüros. „Man muss schon vor Ort sein, um sich einen passenden Eindruck zu verschaffen.“ Immer jedoch unter Berücksichtigung der entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln. „Gerade auf ersteres muss ich den einen oder anderen Kunden noch einmal hinweisen, wenn er durch die Immobilie läuft und mehr auf die Räume als auf das Miteinander achtet“, sagt Thomas Helling schmunzelnd.

Samstag, 02.05.2020, 14:42 Uhr
Während Thomas Helling noch im Büro arbeitet, sind seine Mutter Doris und Mitarbeiterin Mandy Alberding im Homeoffice. Besichtigungen finden jedoch immer noch vor Ort statt. Foto: privat

Und gerade das Miteinander sei wichtig. „Wir haben viel Kundenkontakt und sind daher natürlich auch immer ein möglicher Überträger des Virus.“ Daher habe er einige Abläufe angepasst. „Zu Beginn haben wir die Mieter immer gefragt, ob sie wollen, dass die Nachmieter zur Besichtigung kommen. Bei den meisten war es kein Problem. Wenn jemand es nicht wollte, haben wir es natürlich auch respektiert.“ Schon zu dem Zeitpunkt habe er Mundschutz getragen und habe auch immer welche für seine Kunden dabei gehabt. „Bei älteren Mietern haben wir allerdings komplett auf eine Besichtigung verzichtet.“ Aktuell führe er nur Besichtigungen in leeren Wohnungen durch. „Wir hatten noch nicht die Situation, in der es für den Eigentümer schwierig wurde, die Wohnung gegebenenfalls für eine kurze Zeit leer stehen zu lassen.“ Bei Verkäufen sei es so, dass die Besichtigung auch mal ohne den Verkäufer stattfindet. „Er wartet dann auch Mal im Garten“, so Thomas Helling. „Eine ungewohnte Situation, aber alle haben Verständnis.“ Generell seien nur die absolut nötigsten Personen anwesend.

Angebot und Nachfrage seien in den vergangenen Wochen etwas zurückgegangen. „Das ‘Nur mal schauen’ gibt es jetzt nicht mehr. Man überlegt sich schon zwei Mal, ob man nicht doch noch etwas wartet mit einem Umzug.“ Aber ein grundsätzliches Interesse sei nach wie vor vorhanden. „Zumal die Suche nach einer neuen Immobilie oftmals auch mit einer Änderung der eigenen Lebenssituation verbunden ist, wie einer Trennung oder ein Todesfall. Da lässt sich ein Umzug nicht immer verschieben.“ Verkäufern habe Thomas Helling in den letzten Wochen dazu geraten, mit dem Verkauf noch etwas zu warten. „Aber das wird sich jetzt alles auch allmählich wieder ändern. Vor allem, wenn sich der Alltag mit Mundschutz und Abstandhalten weiterhin eingespielt hat.“

Dass der Immobilienmarkt im Kreis Coesfeld generell durch die Krise in Mitleidenschaft gezogen wird, das glaubt der Experte nicht. „Vielleicht gibt es eine kleine Delle, aber die Nachfrage ist nach wie vor da und wir haben hier vor Ort eine stabile Wirtschaft. Und eine Immobilie ist auch in diesen Zeiten nach wie vor eine sichere Investition.“

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