Stoffgeschäft Rosie und Hein hat aktuell jede Menge zu tun
Gummiband plötzlich heiß begehrt

Coesfeld (jd). Es sei der helle Wahnsinn, was im Moment passiere. „Als wir in der vergangenen Woche wieder öffnen durften, hatten wir freitagmittags eine Schlange bis zum Marktplatz“, berichtet Judith Brown, Inhaberin des Stoffladens Rosie und Hein an der Rosenstraße. „Das Ordnungsamt musste kommen und die Menschen sortieren.“ Seitdem habe der Andrang aber nicht nachgelassen, schon gar nicht, nachdem nun die Maskenpflicht beschlossen wurde. „Am Montag haben wir 600 Meter Gummiband geliefert bekommen, das war abends schon wieder ausverkauft.“ Jetzt sei es schon schwieriger an diese heiß begehrte Ware zu kommen. „Im Großhandel erhält man kaum noch etwas. Ein Händler hat uns versprochen, alles zu geben“, so Judith Brown. Da müsse man jetzt von Tag zu Tag schauen.

Sonntag, 03.05.2020, 10:42 Uhr
Lilly Borgmann und ihre Mutter Judith Brown haben in ihrem Stoffgeschäft Rosie und Hein in der Rosenstraße aktuell jede Menge zu tun. Baumwollstoff und Gummibänder sind nicht zuletzt wegen der Mundschutz-Pflicht stark gefragt. Foto: Florian Schütte

Als sie und ihr Mann Matthew das Ladenlokal Mitte März wie alle anderen schließen mussten, verlagerten sie ihre Aktivitäten komplett ins Internet. „Wir haben unseren Shop schon seit vier oder fünf Jahren und der hat uns jetzt wirklich den Hals gerettet. Die Bestellungen sind fünfmal so hoch gewesen wie zuvor.“ Diese haben sie dann verpackt und abends ausgeliefert. Bis nach Rosendahl und Billerbeck sind sie gefahren. „Die Kunden konnten sich die Ware auch bei uns vor Ort abholen.“

Jetzt, wo der Familienbetrieb – neben dem Ehepaar arbeiten auch noch die Mutter von Judith Brown und ihre Töchter sowie eine weitere Angestellte mit – wieder geöffnet hat, bleiben die Bestellungen im Netz trotzdem hoch. Das Onlinegeschäft sei schon immer stark gewesen, die Krise habe jetzt noch eher dafür gesorgt, dass auch der Laden stärker frequentiert werde. „Wir arbeiten mittags durch und bis spät abends.“ Jeden Tag packen sie bis zu 100 Pakete – die jetzt jedoch von der Post zu den Kunden gebracht werden. Das Geschäft vor Ort komme hinzu.

Aktuell dürfe nur ein Kunde den Laden betreten. „Der ist ja nicht sehr groß, da geht es dann nicht anders.“ Während vor ein paar Wochen etwa noch Jersey- oder Sweatshirtstoff gefragt war, sei es jetzt viel Baumwolle. „Zum Beispiel Designerstoffe aus England oder Skandinavien.“ Schnittmuster für Masken liegen bei ihnen im Geschäft. „Die sind nicht so schwer zu nähen. Auch nicht für Anfänger. Da wird dann vielleicht die eine oder andere Naht schief, aber darauf kommt es ja auch nicht an“, sagt Judith Brown mit einem Lächeln. „Hauptsache, die Maske schützt.“

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