Autofahrer zieht es häufiger zur Zapfsäule – Spritmenge insgesamt sinkt aber
Bei Discount-Preisen den Tank füllen

Coesfeld. Der Weg zur Arbeit entfällt zugunsten von Homeoffice, Fahrten in den Urlaub sind bis auf Weiteres gestrichen und selbst Besuche von Freunden oder Verwandten fallen aufgrund der Kontaktbeschränkungen flach. Kurzum: Das Auto bleibt in vielen Fällen in der Garage und der Spritpreis auf einem historisch-niedrigen Niveau. Das merken auch die Tankstellenpächter in Coesfeld. Denn die Autofahrer tanken gezielt häufiger. Die Spritmenge insgesamt sinke aber.

Donnerstag, 07.05.2020, 05:12 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 06:48 Uhr
Wenn der Diesel unter die magische Ein-Euro-Grenze fällt, dann schlagen die Autofahrer an den Zapfsäulen zu – ob der Tank nun leer ist oder nicht. Es wird zumindest aufgefüllt. Foto: Florian Schütte

„Es ist schon weniger geworden, weil die Leute nicht mehr so mobil sind“, bestätigt Stefan von Bronk. Bei fünf bis sechs Preisbewegungen am Tag suchen sich die Autofahrer den günstigsten Preis heraus „und tanken dann auf“, hat von Bronk beobachtet. Auch Paul Suhrbier von der City-Tankstelle bemerkt regelmäßig einen Ansturm zu den Stoßzeiten. „Vor allem im Feierabendverkehr zwischen 16 und 17 Uhr, wenn der Dieselpreis dann mal unter einen Euro fällt, habe ich hier mehrere Leute an der Kasse.“ Morgens von 8 bis 11 Uhr sei dagegen weniger los.

Bei City-Tank habe man vor Ort auf den Preis keinen Einfluss. „Das wird zentral gesteuert von der Avia in Borken“, erklärt Suhrbier. Etwas anders ist es bei von Bronk. Dort habe man die Preise der Markentankstellen im Blick. „Wir sind dann immer einen Cent günstiger“, sagt von Bronk zur Preispolitik seiner freien Tankstelle. Auf den Gewinn der Tankstellen haben die niedrigen Spritpreise weniger Einfluss. Die Gewinnmarge bleibe in etwa gleich und freie Tankstellen hätten hier noch etwas mehr Spielraum, „aber den brauchen sie auch“, betont Stefan von Bronk.

Ohnehin ist das Tanken nicht das Brot- und Buttergeschäft der Tankstellen. „Da läuft viel mehr über den Shop oder andere Dienstleistungen“, meint auch Paul Suhrbier von City-Tank. So zum Beispiel über die Autowäsche. Zwar sei sowohl bei City-Tank als auch bei von Bronk nicht zu beobachten, dass die Menschen nun auch öfter durch die Waschstraße fahren. Aber: „Die Innen- und Außenreinigung verkaufen wir jetzt schon häufiger“, sagt Paul Suhrbier.

Apropos Verkauf: Weil Tankstellen mit Shop wie ein Einzelhandelsgeschäft zu bewerten sind, gilt auch dort die Mundschutz-Pflicht. Daran würden sich die meisten Kunden auch halten. Auch wenn es nervig sei, kann Paul Suhrbier dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen. „Weil ich Brillenträger bin, beschlagen meistens die Gläser, wenn ich dem Kunden den Betrag nenne – und schon kommt man ins Gespräch“, lacht der Auszubildende.

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