Wie Angehörige auch am Muttertag Kontakt mit ihren Lieben im Altenheim halten
Dankeschön per Video-Botschaft

Lette. Das Besuchsverbot hat auch die Bewohner der BHD-Seniorenwohnanlage hart getroffen. Angehörige dürfen nun aber ab Sonntag ihre Lieben wieder dort treffen, wenn sie bestimmte Regeln befolgen. Gerade zu besonderen Anlässen sei es sehr traurig gewesen, wenn die Kinder und Enkel nicht ihre Mutter oder Großmutter oder der Neffe nicht seinen Onkel im Pflegeheim besuchen durften, sagt Heimleiterin Heike Riering.

Freitag, 08.05.2020, 06:28 Uhr
Heimleiterin Heike Riering. Foto: az

„In diesen Zeiten mussten wir kreativ sein und nach Möglichkeiten suchen, den Kontakt dennoch auf andere Weise herzustellen“, erläutert Heike Riering. Das gelte trotz der nun veränderten Lage auch vor dem bevorstehenden Muttertag, betont Verena Pietroschek, Leiterin des sozialen Dienstes in der Seniorenwohnanlage des Betriebshilfsdienstes (BHD) St. Johannes.

Normalerweise herrsche dann Hochbetrieb im Hause, denn alle wollten ihre Mutter oder Großmutter an einem solchen besonderen Datum wie dem Muttertag in den Arm nehmen und „Danke“ sagen. „Das alles ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen nicht im gewohnten Maße möglich“, bedauert Verena Pietroschek. „Aber wir können innerhalb des Hauses dennoch eine besondere Atmosphäre schaffen“, ist sie sich sicher.

Bereits zu Ostern hätten die Angehörigen der Bewohner zahlreiche Video-Botschaften geschickt. Die Senioren hätten sich sehr darüber gefreut, wenn sie diese kleinen Filme von den Mitarbeitern auf dem Tablet gezeigt bekommen hätten.

„Das waren Filme aus dem Alltag der Angehörigen, an denen die Bewohner virtuell teilhaben durften“, erläutert die Leiterin des sozialen Dienstes. Mancher Angehöriger habe die Entwicklungsschritte des Enkelkindes mit der Videokamera festgehalten. So konnte die Großmutter verfolgen, wie ihr Enkel das Laufen lernt. „Das waren zum Teil sehr bewegende Momente für unsere Bewohner“, sagt Verena Pietroschek. Ein anderes Mal hat die Familie einer Bewohnerin einen Spaziergang gefilmt und sie damit eingeladen, an diesem Erlebnis – zumindest in Bildern – teilzuhaben.

Auch hat eine Enkelin für ihre Oma mit der Kamera festgehalten, wie sie das Grab des Großvaters liebevoll herrichtet, weil sich die „Oma doch immer sehr darüber freut, wenn die Erinnerungsstätte ihres verstorbenen Ehemannes gut gepflegt wird“.

Diese Video-Botschaften würden das Leben der Bewohner „in diesen schweren Zeiten“ ein Stück weit bereichern, sagt Verena Pietroschek. Besonders freuen würden sie und das Team sich, wenn Video-Botschaften eintreffen, mit denen sich die Angehörigen bei der gesamten Belegschaft für ihren Einsatz bedanken würden. „Das macht uns allen viel Mut“, sagt die Leiterin des sozialen Dienstes.

Am Sonntag (10. 5.) bekommen auf jeden Fall alle Frauen Besuch vom sozialen Dienst, unabhängig davon, ob sie Mutter sind oder nicht, sagt Verena Pietroschek. Alle können sich auf eine kleine Überraschung freuen.

Überraschende Erlebnisse hat es bereits zu Ostern gegeben, als Matthias Ahlmer auf dem Dach des Gerätehauses der Einrichtung die Bewohner mit einem Trompetensolo erfreut hat. Die Senioren haben das kleine Konzert von ihren Zimmerfenstern aus verfolgen können. Der Förderverein hat auch weitere Auftritte dieser Art möglich gemacht.

Einrichtungsleiterin Heike Riering weist angesichts der Aufhebung des Besuchsverbots darauf hin, dass Besuche ab dem Muttertag eingeschränkt und nach Voranmeldung möglich seien. In der Cafeteria – im Johannesstübchen – könnten Treffen organisiert werden, bei denen strenge Hygiene-Vorschriften eingehalten werden müssten. Es werde keinen persönlichen Kontakt geben, aber die Bewohner könnten ihre Angehörigen sehen und mit ihnen Gespräche führen.

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