Ex-Nationalspielerin Clara Woltering tritt auf Platz drei an
Freie Wähler holen Champion ins Team

Coesfeld. „Sie ist sportlich. Sie kann Würfe abwehren“, schmunzelt Klaus Schneider, Vorsitzender von „Aktiv für Coesfeld“, geheimnisvoll bei der Vorstellung der Kandidatin für Platz 3. Dann nennt er den Namen und die Überraschung im Kolpinghaus ist perfekt: Die ehemalige Handball-Nationaltorhüterin Clara Woltering (37) tritt bei der Kommunalwahl für die „Freien Wähler“ an. Sie steht für einen Generationenübergang, den die Wählergemeinschaft bei der Kandidatenaufstellung konsequent umsetzt: Vom Führungsquartett sind zwei Mitglieder über 60 und zwei unter 40 Jahre alt. Und auf den Rängen fünf und sechs folgen dann sogar zwei Bewerber, die die 30 beziehungsweise 20 Jahre noch nicht überschritten haben. Dieter Goerke, bislang einziger Ratsherr der Wählergemeinschaft, tritt mit 67 Jahren nochmal als Spitzenkandidat an. Er kündigt im AZ-Gespräch aber an, den Stab zur Hälfte der Periode weitergeben zu wollen – „dann werde ich 70“. Sollte die Wählergemeinschaft mit zwei Mandaten in den Rat einziehen – sie hofft sogar auf vier oder mehr – könnte dann Woltering, die bis dahin schon als sachkundige Bürgerin in die Fraktionsarbeit einbezogen werden soll, nachrücken.

Mittwoch, 27.05.2020, 06:24 Uhr
Foto: az

Was ist ihre Motivation, nach erfolgreichen Jahren im Profi-Sport – zweimal gewann sie mit ihrem Verein Buducnost Podgorica (Montenegro) die Champions-League (2012 und 2015) und 2007 holte sie mit der Nationalmannschaft „Bronze“ bei der WM in Frankreich – in die Kommunalpolitik einzusteigen? „Als Sportlerin bin ich immer motiviert“, lacht sie, lässt sich auf AZ-Nachbohren dann aber auch noch entlocken, dass sie sich vor allem für die Bürger in Lette stark machen wolle. Und nicht zuletzt landwirtschaftliche Expertise will die Agrarbetriebswirtin, die ihren eigenen Hof leitet, im Stadtrat einbringen. Warum in einer kleinen Wählergemeinschaft und nicht in einer größeren Partei? „Das finde ich spannend.“ Die Nähe zum Bürger sei für sie da entscheidend.

Noch eine zweite Überraschung gibt es an dem Abend. Peter Sokol, der bisher für die Familienpartei im Rat sitzt und mit Goerke eine Fraktion bildet, kandidiert diesmal für „Aktiv für Coesfeld“ und nicht mehr für die Familienpartei. Mit Platz 2 haben ihm die „Freien Wähler“ den roten Teppich ausgerollt. Wie er auf Nachfrage erklärt, ist er inzwischen aus der Familienpartei ausgetreten. Zuvor gehörte er im Rahmen einer Doppelmitgliedschaft schon längere Zeit der Wählergemeinschaft an. „Mein Herz schlägt für die kommunale Politik“, sagt er – „dafür will ich mich mehr einsetzen“.

Alle Kandidaten werden von den 15 Anwesenden einstimmig gewählt. Jetzt geht es an die Wahlkampfvorbereitung unter Corona-Bedingungen. „Wir haben schon mit Videoclips auf Facebook begonnen. Das wollen wir fortsetzen“, kündigt Schneider an. | Kommentar

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