Rettungsschirm hilft Christophorus-Trägergesellschaft
Erlösausfälle zum Großteil kompensiert

Coesfeld. Verschobene Operationen und Behandlungen, die in den Kliniken nun wieder nachgeholt werden, Sprechstunden, die wieder anlaufen, eine rückläufige Covid-19-Patientenzahl: Das Leben in den verschiedenen Einrichtungen der Christophorus-Trägergesellschaft nimmt allmählich wieder Fahrt auf. „In den Krankenhäusern und den Seniorenheimen halten wir aber gewisse Notfallstrukturen aufrecht, um bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen schnell reagieren zu können“, sagt Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer der Trägergesellschaft.

Montag, 01.06.2020, 11:10 Uhr
Durch die tägliche Abstimmung mit den Leitungen der einzelnen Einrichtungen und Standorte der Christophorus-Trägergesellschaft, zu der in Coesfeld zum Beispiel das Krankenhaus, das Laurentius- und das Katharinenstift sowie der CareCampus zählen, war die Konzernebene immer gut im Bilde und konnte gemeinsame Strategien festlegen. Collage: Christophorus-Trägergesellschaft Foto: az

Die vergangenen Wochen habe er als sehr intensiv und herausfordernd wahrgenommen. „Als Zwischenfazit bin ich beeindruckt und stolz, was unsere Mitarbeitenden in allen Einrichtungen geleistet haben. Wenn man täglich erfährt, wie engagiert sich Mitarbeitende für die ihnen anvertrauten Menschen einsetzen, lässt sich eine solche Verantwortung gut tragen.“ Auch sei bei ihnen in den Einrichtungen dank der Einkaufsabteilung immer genügend Schutzmaterialien wie Desinfektionsmittel, Handschuhe, Brillen, Masken und Kittel vorhanden gewesen.

Rund 2900 Mitarbeiter hat die Trägergesellschaft, für keinen wurde Kurzarbeit beantragt. Auch wenn in den Christophorus-Kliniken zum Beispiel über mehrere Wochen circa 40 Prozent weniger Operationen durchgeführt wurden als im vergleichbaren Zeitraum vor der Pandemie. „Es wurden nur Notfälle behandelt, weniger als die Hälfte der Krankenhausbetten waren belegt. Außerdem wurden zusätzliche Intensivkapazitäten geschaffen“, so Dr. Mark Lönnies. „Zwischenzeitlich war auf manchen Stationen durch die reduzierte Belegung weniger zu tun, das haben Pflegekräfte dankenswerterweise zum Beispiel mit Urlaub oder freien Tagen ausgeglichen. Wir haben sehr flexibel Beschäftigungsverhältnisse angepasst.“

Im Hinblick auf das zu erwartende Geschäftsergebnis für 2020 erklärt er: „Alle unsere Einrichtungen haben christliche Wurzeln, die Patienten- und Bewohnerversorgung hat oberste Priorität. Deshalb spielte die Wirtschaftlichkeit in dieser Ausnahmesituation eine nachgeordnete Rolle.“ Dennoch habe die Trägergesellschaft durch die ausgefallenen Operationen, Behandlungen sowie Schließung der Kurzzeitpflege erhebliche Erlösausfälle. „Ein Großteil dieser Ausfälle wird durch den Rettungsschirm für Krankenhäuser und Seniorenheime kompensiert. Inwieweit diese Ausgleichszahlungen ausreichen, um ein Ergebnis wie im Vorjahr zu erreichen, bleibt abzuwarten“, so Dr. Mark Lönnies.

Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt habe die Christophorus-Trägergesellschaft einen übergreifenden Krisenstab für die Unternehmensgruppe eingerichtet. „Der sensible Bereich der Seniorenheime hat zusätzlich einen eigenen Stab, der die speziellen Themen der Altenhilfe bespricht. Darüber hinaus gibt es eine Verknüpfung mit dem Krisenstab des Landkreises. Die Krisenstäbe tauschen sich per Telefon- oder Videokonferenz standortübergreifend aus.“ Die Informationen und getroffenen Entscheidungen werden jeweils in einem Ergebnisprotokoll festgehalten, das an die Teilnehmer und weitere Führungskräfte verteilt wird. Die wichtigsten Informationen werden außerdem intern kommuniziert. Das geschah zwischendurch fast täglich. „Hier ist unsere Mitarbeiter-App eine große Hilfe, mit der wir Informationen in sehr kurzer Zeit vielen Mitarbeitenden zugänglich machen konnten“, sagt Dr. Mark Lönnies. Das war auch nötig, denn: „Die Vorgaben der Bundes- und Landesregierung kamen, besonders zu Beginn, in sehr enger Taktung. Aufgrund der dynamischen Lage war das, meiner Einschätzung nach, aber auch nicht anders möglich. Hinterher kann man immer viel kritisieren, aber ich denke, dass Bundes- und Landesregierung insgesamt gut und zügig reagiert haben und dadurch auch die medizinisch katastrophalen Verhältnisse wie in Spanien oder Italien verhindert worden sind.“

Der Rettungsschirm für die Einrichtungen habe zudem sehr schnell die notwendige Liquidität gesichert. „Wir alle haben in den letzten Wochen die Bedeutung eines gut funktionierenden Gesundheitssystems schätzen gelernt. Ich erwarte von der Politik, dass daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. Unser Gesundheitssystem sollte wieder einen Sicherheitspuffer bekommen. Dieser wurde in den letzten Jahren leider massiv eingedampft.“

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