Sonnenstudios von Simone Renners seit zwei Wochen wieder geöffnet
Umsatzstärkste Monate wegen Coronavirus eingebrochen

Coesfeld (jd). Ausgerechnet zu Beginn der umsatzstärksten Zeit, wo die Kunden zum Vorbräunen für Urlaube, Schützenfeste oder Hochzeiten gekommen wären, habe sie die Coronakrise erreicht. „Wir mussten Mitte März schließen und hatten null Einnahmen. Unsere Teilzeitkraft musste ich in Kurzarbeit schicken, die neun Aushilfen hatten keine Beschäftigung mehr“, berichtet Simone Renners, die die beiden Sonnenstudios Sunny am Lübbesmeyerweg und Sunny City an der Davidstraße verwaltet. „Wir haben zwar die Corona-Soforthilfe bewilligt bekommen, aber die gleicht nicht die Verluste aus.“ Auch ihr Verkauf von Magnet- und Wellnessschmuck sei weggebrochen. „Ich stelle eigentlich in den Studios die Ware aus und präsentiere sie den Kunden auch zu Hause. Das war natürlich nicht mehr möglich.“

Montag, 01.06.2020, 16:10 Uhr
Simone Renners hat in ihren Sonnenstudios alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Abstands- und Hygienevorgaben einzuhalten. Foto: az

Was sie und die Sonnenstudios gerettet habe, sei ein nunmehr drittes, wesentliches Standbein gewesen. „Zum 1. März bin ich hauptberuflich als Buchhalterin angefangen.“ Ein passender Zeitpunkt, denn während Simone Renners das Sunny schon 2009 übernommen hat, gehört das Sunny City erst seit einem Jahr ihr. „Da habe ich noch nicht viele Rücklagen bilden können, um von ihnen zu zehren“, sagt sie offen. Im Gespräch mit zum Beispiel den Vermietern und den Stadtwerken habe sie viel Entgegenkommen erfahren. „Außerdem konnte ich viele Kosten reduzieren, manches auch später zahlen.“

Nun hat sie seit zwei Wochen wieder geöffnet. „Das war ein ganz schönes Hin und Her. Erst zählten wir zu den klassischen Dienstleistern, dann zu körpernahen Dienstleistungen. Das hat dazu geführt, dass wir erst später öffnen konnten.“ Dafür habe Simone Renners kein Verständnis. „Wir gehen weder mit den Kunden unter die Sonnenbank noch cremen wir sie ein.“ Trotz allem sei der Start relativ gut angelaufen, auch wenn einige Kunden verunsichert seien. „Wir desinfizieren alles, wischen, putzen die Türen und die Klinken und haben kenntlich gemacht, wo sich die Kunden aufhalten dürfen, um Abstand zu wahren“, zählt sie auf. „Rabatte, so wie vor der Krise können sie nicht mehr anbieten. „Dafür haben die Kunden aber auch Verständnis. Nur eine Treuekarte gibt es noch.“

Mit Blick auf den nahenden Sommer ist Simone Renners zuversichtlich. „Da haben wir mehr zu tun als im Winter, denn viele Kunden können die Sonne gar nicht so gut haben und legen sich lieber unter die bei uns gefilterte Sonne.“ Sie vermutet, dass neben den vielen Stammkunden auch ein paar neue den Weg zu ihr finden. „Wenn bei manchen wegen Kurzarbeit das Geld für den Urlaub fehlt, holen sie sich vielleicht ein bisschen Erholung bei uns. Denn wir verkaufen keine Bräune, sondern Wellness“, sagt sie zwinkernd.

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