Fürbittbuch der Gemeinde St. Lamberti
Zwischen Sorgen und Hoffnung

Coesfeld. Auf einem kleinen Tisch mit einer weißen Decke liegt es aufgeschlagen für alle Kirchenbesucher in der Nähe des Altars: das Fürbittbuch in der St.-Lamberti-Kirche. Seit November haben sich die einzelnen Seiten mit Gedanken, Wünschen, Sorgen und Ängsten der Menschen gefüllt, verbunden mit der Bitte um Unterstützung und Segen. Oder einfach mit einem Dankeschön. „Die Themen der Gesellschaft spiegeln sich auch immer in diesem Buch wieder“, sagt Pfarrdechant Johannes Arntz.

Dienstag, 07.07.2020, 06:02 Uhr
Im Fürbittbuch der Gemeinde St. Lamberti schreiben Besucher ihre Bitten an Gott nieder. Auch das Coronavirus und die Sorge um die Gesundheit, ob die eigene oder die von anderen, findet sich dort wieder. Foto: Jessica Demmer

Ein solches Fürbittbuch liegt schon lange in den Kirchen der Gemeinde aus. Wenn die letzte Seite erreicht ist, gibt es ein neues. „Es wurde auch beständig genutzt“, blickt Arntz zurück. Doch gerade durch die Coronazeit hat sich manche Seite schneller gefüllt als sonst. „Wir bieten auch online eine Möglichkeit, es gibt eine extra E-Mail-Adresse“, so Johannes Arntz. Im Kreuzgebet, das dienstags und freitags um 12 Uhr stattfindet, werden die Fürbitten vorgetragen.

Blättert man bedächtig durch das Buch, wird schnell klar: Die Gesundheit war schon immer ein Thema. Auch vor Corona. „Danke für die gelungene Herzoperation meines Mannes“, heißt es an einer Stelle oder „Danke, bin krebsfrei.“ Am 3. März findet das Virus zum ersten Mal Erwähnung. „Ich bitte dich, lass meine Familie und Freunde gesund bleiben und niemand soll sterben“, wünscht sich dort jemand. Es wird die Stille in der Stadt erwähnt, die einlädt zum innehalten und besinnen, die Hoffnung, dass der eine oder andere durch die Krise den Glauben wiederfindet und es wird um Unterstützung in diesen schweren Zeiten gebeten: „Beschütze die Welt vor dieser Krankheit. Beschütze meine Kinder, gib ihnen Gesundheit, beschütze meinen Mann und gib ihm Kraft, lass keine weitere Kurzarbeit kommen.“ An einer anderen Stelle wünscht sich ein Besucher, dass ein Flugzeug geschickt wird, um die Enkelin aus dem Urlaub zu holen und wieder nach Hause zu bringen. Eben konkrete Alltagssorgen.

Auch Fürbitten in fremden Sprachen finden sich in dem Buch wieder. Manche lang, andere kurz. Bei einigen möchte man den Verfassern zusätzliche Kraft schicken. „Guter Gott! Das Schicksal schlägt wie ein Blitzschlag in unsere Familie. Hilf uns, nie den Mut zu verlieren und immer wieder nach vorne zu schauen.“ Anderen Fürbitten kann man nur zustimmen, zum Beispiel dem Dank „an alle ,Helden des Alltags’, stehe auch ihnen bei, dass sie in der schweren Zeit ihren Arbeitsalltag gut meistern und gesund bleiben.“ Es wird um Kraft, Mut und Hoffnung gebeten „für Altenpfleger, Krankenschwestern und Ärzte, die bis an ihre Grenze physisch und psychisch belastet werden.“

Ein Besucher wirft seinen Blick auch nach vorn: „Lass uns mutig in die Zukunft schauen und standhaft in Gedanken bleiben, dass wir diese unsichere Zeit der Corona-Pandemie überstehen.“ Und das tun auch einige in dem Fürbittbuch. Es wird um Segen für die Enkelin gebeten, die bald geboren wird, um Unterstützung bei der Jobsuche und jemand anderes bedankt sich für die gemeinsame Zeit mit dem Partner: „Ein besonderer Tag. 40 Ehejahre sind vorbei und es geht weiter.“

Für alle, die ihre Bitten ebenfalls niederschreiben möchten, der kann eine Mail an kreuzgebet@lamberti-coesfeld.de schicken oder in das Buch schreiben. Die weißen Seiten warten geduldig.

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