Zu Besuch im Vogelpark Maria Veen
Eine Oase der Ruhe mit exotischen Exemplaren

Coesfeld/Maria Veen. Sie kommen aus exotischen Gebieten wie Südamerika, Afrika oder Asien: Knapp 500 Vögel präsentieren im Vogelpark Maria Veen die bunte Vielfalt von rund 80 bedrohten Arten. Besucher Bernd Parsing aus Reken kennt den Vogelpark schon sehr gut, denn immer wieder zieht es ihn und seine Enkel in den Vogelpark. „Das ist ein schöner Anlaufpunkt. Wenn die Enkel kommen, fragen sie, wann sie mit uns zu den bunten Vögeln gehen können“, so Bernd Parsing, der auch an diesem Tag mit zwei Enkeln und seiner Frau die Vögel besucht.

Sonntag, 02.08.2020, 09:56 Uhr
Auch einen Ententeich gibt es im Vogelpark Maria Veen. Foto: az

Werner Homoet ist seit 20 Jahren Vorsitzender des Natur- und Vogelschutzvereins Maria Veen. Davor war er zehn Jahre lang 2. Vorsitzender. Damit reicht sein Engagement fast in die Gründungsphase des Vogelparks zurück. „1971 wurde der Vogelpark von Rekener Anwohnern gegründet als Fasanerie. Die meisten Gründer waren damals im Bergbau tätig. Sie suchten auf diese Weise den Ausgleich zu ihrer Arbeit unter Tage“, erinnert sich Werner Homoet an die Anfänge des Parks. Er hat den Umbruch von der Fasanerie zur Zucht von exotischen Vögeln vor rund 25 Jahren mitbegleitet. „Fasane waren nicht mehr so attraktiv. Unser Ziel heute ist die Nachzucht der bedrohten Vögel, um die Entnahme aus der Natur zu verhindern“, erläutert Werner Homoet.

Dazu gehörten bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie auch Vogelbörsen, die an jedem dritten Sonntag im Monat stattfanden. „Da kamen Züchter aus dem Umkreis von bestimmt 200 Kilometern zu uns. Es waren immer eingetragene Züchter, die Artenschutzbestimmungen einhielten und Dokumente über die Abstammung und Nachzucht der Tiere mitbrachten. Alle Vögel waren gemeldet beim Veterinäramt. Es war immer ein reger Erfahrungsaustausch und Vogeltausch“, erinnert er sich. Seit Februar sei das nicht mehr möglich gewesen. Erst vor wenigen Tagen fand mal wieder eine Vogelbörse statt, natürlich unter strengen Auflagen. „Es kamen an die 40 Aussteller, wie vorher auch.“ Von Mitte März bis Ende Mai war der Vogelpark insgesamt geschlossen, der sonst auch gern von Schulklassen und Kindergärten oder von Bewohnern des Benediktushofes besucht wird. Nun steht er wieder allen offen.

Der Verein lebt von Spenden, Mitgliedsbeiträgen der 80 Mitglieder und ihrem täglichen, ehrenamtlichen Engagement sowie von zusätzlichen Einnahmequellen wie dem Sommerfest. „Das mussten wir im Mai ebenfalls absagen wegen Corona“, bedauert Werner Homoet. Dennoch müssen die Besucher keinen Eintritt bezahlen, dafür steht ein Spendenhäuschen am Eingang.

Die Anlage ist weitläufig. Am Anfang steht ein kleines Vereinsheim für gesellige Treffen der Mitglieder, ein Raum für Veranstaltungen, eine neu erstellte Toilettenanlage, jede Menge Volieren und ganz am Ende ein Teich für heimische Wasservögel.

Anke Wehner aus Köln ist zum ersten Mal im Vogelpark. Sie macht mit ihrer Familie gerade Urlaub auf einem nahen Campingplatz. „Wir haben einfach mal geguckt, was es hier so gibt. Das ist wunderschön hier und so ruhig. Diese Artenvielfalt hatte ich nicht erwartet“, so Wehner.

Maria Veen ist von Coesfeld, Dülmen, Haltern am See, Borken oder Ahaus in höchstens 45 Minuten mit dem Auto erreichbar. Allerdings ist der Ort selbst erst sehr spät ausgeschildert. Folgt man der Abfahrt Reken von der A 31 oder der B 67, nähert man sich unaufhörlich dem kleinen beschaulichen Ort Maria Veen und den gut sichtbaren Hinweisschildern auf seinen Vogelpark.

7 Nächster Serienteil: Naturnaher Klostergarten in Gerleve auf der Seite Billerbeck am Montag (3. 8.).

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