Geschichte trifft Gegenwart: Georg Veit schlägt neues Gemeinschaftsprojekt im Norden der Stadt vor
Ein Rundweg um die Citadelle

Coesfeld. Georg Veit ist sich ganz sicher: Im Norden der Stadt ruht ein historischer, kultureller und touristischer Schatz, den die Coesfelder gemeinsam heben sollten. Er schlägt vor, „an den Grundlinien der alten Citadelle einen gestalteten Rundweg anzulegen“, der zwar historische Erläuterungen bietet, aber auch andere Module wie Stationen zum Naturschutz, künstlerische Akzente, Sportangebote und Verweilmöglichkeiten enthält.

Montag, 03.08.2020, 06:03 Uhr
Die Ruine der Ludgerusburg gehört zu den Zeugen der Stadtgeschichte, die auf Kunst, Natur und Sport treffen könnten. Foto: Archiv

Wenn es um die Stadtgeschichte geht, gilt Veit als Experte. Verschiedene Projekte dazu hat er verantwortet oder begleitet. Vor allem ist er als einer der Väter des Stadtmuseums „Das Tor“ bekannt, das gerade seiner Vollendung entgegengeht. Auch da sieht Veit einen thematischen Anknüpfungspunkt. „Das Museum könnte Ausgangs- und Endpunkt des Rundgangs sein“, schlägt er vor. Jetzt, im letzten Ausbauabschnitt, spiele gerade die Zeit der Citadelle und des Fürstbischofs von Galen im 17. Jahrhundert eine zentrale Rolle.

Die Citadelle nennt Veit „das außergewöhnlichste Projekt unserer Stadtgeschichte.“ Seine Spuren hätten sich im Norden der Stadt etwa in den Ruinen der Ludgerusburg und Bodenmarkierungen erhalten. Straßennamen wie Citadelle, Am Ravelin oder Zur Schanze weisen noch heute auf die Geschichte hin. „Ein Rundweg könnte die erst kürzlich mit einem QR-Code ausgestatteten Blickpunkte der Stadtgeschichte und den alten Stadtrundgang ergänzen“, so stellt sich Veit historische Erläuterungen sowie Informationen zu „stadträumlichen und verkehrlichen Gegebenheiten“ vor. Daneben könnten Künstler aus Coesfeld mit Skulpturen oder Installationen kulturelle Akzente setzen – eine Art Kunstmeile, auf der Bänke zum Verweilen einladen, Sportgeräte könnten den Rundgang für andere zum Trimm-dich-Pfad machen, Insektenhotels und anderes Naturschutz und Naturerlebnis dienen.

Natürlich will Veit zur rechten Zeit an Politik, Verwaltung und Fachleute herantreten. Zur Finanzierung des Projekts sieht er Chancen auf Fördermittel etwa aus dem Heimatministerium oder von der NRW-Stiftung – in dieser Hinsicht hat er als Kulturdezernent der Bezirksregierung und einstiger Vorsitzender des städtischen Kulturausschusses Erfahrung.

Vor allem aber möchte Veit, dass der Citadellen-Rundweg ein Projekt der Stadtgesellschaft wird. „Heimatverein, Stiftungen, Anwohner und Nachbarschaften, Bildungseinrichtungen und andere könnten mit Unterstützung von Archiv, Museum, Naturschützern, Künstlern, Pädagogen und anderen Wegeführung und Stationen entwickeln und eventuell als Paten übernehmen“, sagt Veit. Ein bürgerschaftlicher Lenkungskreis könne bei der Volkshochschule angedockt sein. Dass die Grundlagen von einem professionellen Büro erarbeitet werden, hält Veit für unabdingbar. „Man könnte das Projekt nach und nach im Baukastenverfahren umsetzen und immer wieder modifizieren“, schlägt er vor.

Geschichte der Stadt und heutiges Leben könnten auf dem Rundweg in Verbindung treten. Veit ist gespannt, wie seine Idee ankommt.

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