Großeinsatz nach Gasaustritt an Osterwicker Straße in der Nähe der Bürgerhalle
Erdrakete beschädigt Gasleitung

Coesfeld. Die Explosionsgefahr ist am Montag um 14.45 Uhr gebannt. Das Leck in der Erdgasleitung an der Osterwicker Straße in Höhe der Bürgerhalle sei durch zwei Blasen, die Fachleute mit einem Spezialgerät in die Leitung eingebracht haben, abgedichtet worden. Dies teilt Antje Evers, Sprecherin der Stadtwerke Coesfeld, nach dem Großeinsatz der Feuerwehr mit.

Dienstag, 01.09.2020, 06:00 Uhr
Äußerste Vorsicht ist geboten, als zunächst an zwei Stellen die Osterwicker Straße aufgerissen wird, um an die Erdgasleitung zu gelangen und das Leck provisorisch abzudichten. Die Feuerwehr benässt die Stellen, um einer Explosion durch Funkenflug vorzubeugen. Foto: Manuela Reher

Am Montagmorgen ist an einer Tiefbaustelle der Stadtwerke Gas ausgetreten. Die Baustelle sei eingerichtet worden, weil der Stromanschluss im Zusammenhang mit dem Parkleitsystem sichergestellt werden sollte, sagt Antje Evers. Dazu sei mit einer Erdrakete ein Loch unter die Fahrbahndecke geschossen worden, um ein Leerrohr für die Stromkabel zu verlegen, ohne die Straße aufreißen zu müssen. Und eben diese Erdrakete habe die Gasleitung getroffen und beschädigt.

Gasaustritt an Osterwicker Straße

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Deutlich wahrnehmbar ist der Geruch des austretenden Erdgases, als die Feuerwehr auf der Osterwicker Straße eintrifft. Kurz nach der Alarmierung um 9.40 Uhr sind zwei komplette Löschzüge mit 60 Feuerwehrleuten, der Rettungsdienst, die Polizei sowie Mitarbeiter von Stadt und Kreis binnen weniger Minuten vor Ort.
Bei der Feuerwehr koordiniert Dominik Möller als Einsatzleiter die notwendigen Maßnahmen. Auch Kreisbrandmeister Christoph Nolte ist vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das Lagezentrum wird in sicherem Abstand im Schatten des Ärztehauses auf der Friederich-Ebert-Straße eingerichtet.
Das Gebiet rund um das Leck in der Leitung wird großräumig abgeriegelt. Anwohner der Osterwicker Straße werden gebeten, ihre Häuser zu verlassen und bei Bedarf die Turnhalle des Heriburg-Gymnasiums aufzusuchen.
Das Problem sei, dass das Erdgas in den Regenwasserkanal ströme und dadurch in die Häuser gelangen könne, erläutert Nolte. In der Zwischenzeit evakuiert sich ein Kindergarten in Eigenregie, wie Hubertus Brüggemann vom städtischen Ordnungsamt mitteilt.
„Von der Räumung des Schulzentrums können wir absehen“, teilt Nolte weiter mit. Allerdings müssen die Schüler für die gesamte Dauer des Einsatzes im Gebäude verbleiben. Das Tiefbauunternehmen Schubert aus Ochtrup reißt die Straße an zwei Stellen in dem Abschnitt auf, wo das Leck verortet wird. Um zu vermeiden, dass durch Funkenflug das austretende Gas möglicherweise Feuer fängt, drehen die Feuerwehrleute vorbeugend den Wasserschlauch voll auf. An einer Stelle gibt es Probleme. „Die Explosionsgefahr ist dort zu hoch“, sagt der Kreisbrandmeister. Feuerwehrleute unter Atemschutz und eine ABC-Einheit sind im Einsatz. Ständig messen die Feuerwehrleute die Gaskonzentration im Kanalsystem. Der Bagger rollt weiter in Richtung Burghof-Restaurant, wo an einer dritten Stelle die Teerdecke und das Erdreich entfernt werden, um an die Erdgasleitung zu gelangen. Dort sei es weniger gefährlich, heißt es vonseiten der Feuerwehr.
Die Osterwicker, Holtwicker und Friedrich-Ebert-Straße sind großräumig gesperrt. Auch Fußgänger und Radfahrer müssen aus Sicherheitsgründen lange Umwege in Kauf nehmen. Die Polizei kümmert sich um die Umleitung des Verkehrs.
Mit zwei Drohnen wird das Einsatzgebiet von der Feuerwehr überflogen. Inzwischen trifft Bürgermeister Heinz Öhmann ein, um sich einen Überblick von diesem Großeinsatz zu verschaffen. Einen Gasaustritt dieses Ausmaßes habe es in seiner Amtszeit noch nicht gegeben. Er zeigt sich beeindruckt von der hochprofessionellen Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzkräfte.

Wir müssen mit äußerster Vorsicht vorgehen.

Kreisbrandmeister Christoph Nolte

Nach dem fünfstündigen Einsatz werden die Anwohner aus 20 Haushalten der Osterwicker Straße zum Parkplatz des CoeBads gerufen, wo Mitarbeiter des Ordnungsamtes sie in Empfang nehmen. Bevor die 98 evakuierten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren, prüfen Feuerwerleute, ob es Gasrückstände an den Hausanschlüssen gibt. Seniorin Hildegard Schröer kann aufatmen. Sie ist den ganzen Tag in der Stadt unterwegs gewesen und hat erst nachmittags vom Großeinsatz erfahren, als sie wegen der Absperrungen zunächst nicht nach Hause darf.
Viel Geduld aufbringen müssen auch Autofahrer und weitere Betroffene angesichts des stundenlangen Einsatzes. Eine junge Mutter aus Gronau hat morgens ihr Auto direkt an der Bürgerhalle geparkt und darf mittags noch nicht wie geplant die Heimreise antreten. Eine junge Frau möchte ihren Zahnarzttermin im Ärztehaus wahrnehmen. Von einem Polizisten erfährt sie an der Absperrung, dass ihr Termin in der Praxis heute ausfalle, da das Ärztehaus evakuiert worden sei.

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