Sitzung der DIEK-Koordinierungsgruppe
Möglicher Lärm als Knackpunkt

Lette. Dass sich auf der Grünfläche zwischen der Bruchstraße und Kardinal-von-Galen-Grundschule in Lette zeitnah etwas tun soll, darin sind sich die Beteiligten schon lange einig. In der jüngsten Sitzung der Koordinierungsgruppe des Dorf-Innenentwicklungskonzeptes (DIEK), zu der Sprecher Bernhard Kestermann eingeladen hatte, stellte Larissa Bomkamp von der Stadtverwaltung einen ersten Entwurf vor, wie die rund 10 500 Quadratmeter große Fläche, die in Besitz der Stadt ist, künftig aussehen könnte.

Freitag, 04.09.2020, 11:00 Uhr
Einige Pläne gibt es bereits, wie diese Grünfläche zwischen Bruchstraße und der Grundschule (im Hintergrund) zeitnah umgenutzt werden kann. Diskutiert wurde jetzt über das Thema Lärm, der dort künftig entstehen könnte. Foto: Leon Seyock

Zum einen soll in einem Projekt der Teich an der Ecke Bruchstraße/Am Haus Lette erweitert und aufgewertet werden. Auch ein Dirt-Park für Jugendliche soll Platz finden (wir berichteten). Angrenzend an die rückseitig gelegene Wohnbebauung Am Bühlbach soll – so die aktuellen Planungen – ein Insekten- und Naturschutzprojekt umgesetzt werden. Die jeweiligen Projektpaten – der Allgemeine Schützenverein (Teich), Maximilian Hartfil (Dirt-Park) und Hilmar Stracke (Insekten- und Naturschutz) haben gemeinsam den Entwurf erarbeitet, wie die drei Projekte auf der ausgewählten Grünfläche untergebracht und umgesetzt werden könnten.
Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussionen stand möglicher Lärm, der durch die Nutzung des Dirt-Parks entstehen könne. Die Stadtverwaltung habe sich gemeinsam mit den Projektpaten und Anliegern vor wenigen Tagen zum Austausch getroffen, dort seien ebendiese Bedenken geäußert worden. Das Problem sei, so Bomkamp, dass es bislang keine Richtwerte gebe, anhan derer die Lärmbelastung im Umfeld eines Dirt-Parks ausgemacht werden könne. Von daher sei auch schwer einzuschätzen, ob beispielsweise ein Lärmschutzwall Beruhigung bringen könnte.
Die Verwaltung habe dazu Kontakt zu einem Lärmschutzgutachter aufgenommen. Nach einer Ersteinschätzung seien durch die eigentliche Nutzung des Parks keine Lärmbelästigungen zu erwarten – nur, wenn Jugendliche in größeren Gruppen dort aufschlugen und laut Musik hörten. Um die Gesamtsituation einschätzen zu können, müssten zunächst Nutzerzahlen und -gruppen ermittelt werden, so Larissa Bomkamp.
„Man könnte auf den Bau einer Hütte verzichten, um Jugendlichen keine längeren Aufenthaltsmöglichkeiten zu bieten“, schlug Alfred Hörbelt vor. Richard Bolwerk pochte darauf, den Dirt-Park anzulegen, ein Jahr lang durch Jugendliche testen zu lassen und anschließend das Gespräch mit den Anwohnern zu suchen. „So wissen wir, ob ein Lärmschutzwall überhaupt notwendig ist und können unnötigen Aufwand vermeiden“, so Bolwerk. Larissa Bomkamp warf als verwaltungsseitigen Vorschlag die Einführung von Nutzungszeiten ein.
Stadtbaurat Thomas Backes gab zu bedenken, dass das Lärmaufkommen in diesem Bereich ohnehin in den kommenden Jahren steigen werde, da auf der gegenüberliegenden Fläche ein neues Gewerbegebiet mit Ansiedlung der Feuerwehr entstehen soll. Dadurch nehme auch die Verkehrsbelastung zu. „Das ist ein komplexes Thema“, so Backes.
In einem nächsten Schritt wolle die Stadtverwaltung nun eine orientierende Lärmuntersuchung durchführen. „Das wird ein interessantes Experiment, sich mit einer Musikanlage auf die Fläche zu stellen um herauszufinden, wie viel Musik bei den Anwohnern ankommt“, schilderte Backes. Damit die Projekte auch politisch vorangetrieben werden, sollen nun Anträge formuliert und dem Bezirksausschuss vorgelegt werden. Denn eine Alternative sei, den Dirt-Park auf der Fläche der Flüchtlingsunterkünfte zu errichten. Weiter ausgeführt wurde diese Variante in der Sitzung aber nicht, denn die Unterkünfte stünden bis Ende 2022 dort – eine Realisierung des Parks würde damit in die Ferne rücken.

Jugendarbeit: „Viel Energie reinstecken“

Anwesend in der Sitzung der Koordinierungsgruppe war auch Michael Walter, der schon seit vielen Jahren in der Jugendarbeit der Stadt Coesfeld aktiv ist. Er sprach sich positiv für die Errichtung eines Dirt-Parks an dem bereits favorisierten Standort aus. Er sicherte zu, im Falle der Realisierung auch regelmäßig mit dem Jugendmobil dort Präsenz zu zeigen. „Ich möchte es möglich machen, dann nicht nur mittwochs, sondern vielleicht auch ein zweites oder drittes Mal pro Woche vor Ort zu sein“, ergriff Walter das Wort. Er selbst wolle „viel Energie“ in dieses Projekt stecken. Er regte an, dass der Dirt-Park nicht nur durch Jugendliche, auch gemeinsam mit der Jugendarbeit, genutzt werden könne, sondern auch die angrenzende Grundschule könne durch den Offenen Ganztag oder durch AGs davon profitieren. „Die anvisierte Fläche ist in den Köpfen der Jugendlichen natürlich die Champions-League-Fläche“, stellte Michael Walter heraus.    -lsy-

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