Veronika Demes veröffentlicht Kinderfachbuch „Jori, Urma und Herr Brause“
Mit Fantasie, Empathie und viel Herz

Coesfeld. Die Bewohner eines Altenheims sind nicht einfach nur alt. Sie haben viel erlebt, können Geschichten erzählen und auf ein bewegtes Leben zurückblicken, das auch für Kinder interessant sein kann – wenn man offen ist und sich einlässt auf den Menschen. Das ist die Grundidee, die Veronika Demes mit ihrem Kinderfachbuch „Jori, Urma und Herr Brause“, verfolgt. „Ich habe eine Zeit lang in der Altenhilfe gearbeitet und für mich waren die Biografien immer unglaublich spannend, die Menschen und ihre Geschichten, die man auf keinen Fall vergessen sollte.“ Zudem habe sie auch als Erzieherin gearbeitet. „Zu manchen Themen fehlte mir die passende Kinderliteratur, da habe ich einfach selbst welche geschrieben“, sagt sie zwinkernd.

Samstag, 05.09.2020, 11:21 Uhr aktualisiert: 05.09.2020, 11:30 Uhr
Die Coesfelderin Veronika Demes hat ein Buch über den Besuch von Kindern in Altenheimen geschrieben, ein Fachteil von Heimleiter Michael Graber-Dünow gibt Hintergrundinformationen. Das Buch trägt den Titel: „Jori, Urma und Herr Brause“. Foto: Jessica Demmer

Aus diesen beiden Erfahrungen in ihrem Leben hat Veronika Demes nun die Geschichte rund um den Jungen Jori entstehen lassen. „Er hat ein riesig großes Herz, viel Empathie und Fantasie und besucht seine Uroma, kurz Urma, im Altenheim. Er beobachtet das Leben dort und begegnet den Menschen“, so Veronika Demes. „Er macht sich Gedanken darüber, wie die Bewohner wohl früher gelebt haben.“ Bei Herrn Brause fragt Jori sich, ob dieser früher Rennfahrer gewesen ist, weil er seinen Rollstuhl als Rennwagen bezeichnet. Oder war Frau König tatsächlich früher eine Königin, weil sie einen auffällig großen Ring am Finger trägt und goldene Bonbons verschenkt?
Ergänzt wird die Geschichte durch einen Fachteil des Heimleiters Michael Graber-Dünow, der Hintergrundinfos und Fachwissen vermittelt. Es soll Eltern eine Hilfe sein, wie sie ihre Kinder am besten auf dem Besuch von Verwandten im Altenheim vorbereiten können. Zudem gibt es noch eine Aktivseite, auf der Kinder ihre Erfahrungen oder Wünsche niederschreiben können. „Somit ist das Buch zum Beispiel auch für Erzieher geeignet“, so die Coesfelderin.
Die pastellfarbenen Illustrationen von Judith Loske passten wunderbar zu ihrer Geschichte, wie sie selbst sagt. „Anfangs hatte ich Sorge, dass die Bilder der mir fremden Illustratorin nicht zu meinen Vorstellungen passen könnten, aber sobald die ersten Zeichnungen da waren, wusste ich, alles wird gut“, sagt sie lachend. „Ich war immer nah dran und konnte sagen, was mir wichtig ist, das fand ich toll.“
„Jori, Urma und Herr Brause“ ist ihre erste Geschichte, die in einem Verlag erschienen ist. „Geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Angefangen mit Gedichten in der Jugend. Dann habe ich mir irgendwann ein Herz gefasst, die Coesfelder Schriftstellerin Petra Fietzek angerufen und ihre Schreibwerkstätten besucht. „Das war jetzt die erste Geschichte mit der ich mich auch heraus getraut habe“, so die 53-Jährige. Seit drei Wochen ist das Buch auf dem Markt. „Als der erste Karton mit den fertigen Exemplaren bei mir ankam, brauchte ich erstmal ein paar Stunden bis ich ihn geöffnet habe. Meine Knie waren viel zu weich.“ Monatelang habe sie sich mit der Geschichte beschäftigt, viel Herzblut und zum Beispiel auch Geschichten ihrer eigenen Oma hineingesteckt. „Jetzt hoffe ich, dass es Kindergärten auch bald wieder möglich ist, Altenheime zu besuchen“, zeigt sich Veronika Demes optimistisch. Ob schon eine nächste Geschichte in den Startlöchern steht? „Ich warte jetzt erstmal die Reaktionen zu dieser ab, aber ich hätte da noch ein paar, von denen ich mir wünschen würde, dass sie gelesen werden.“

- „Jori, Urma und Herr Brause – Ein Kinderfachbuch über Altenheime“, Mabuse-Verlag, 16,95 Euro, ISBN 9783863215316. Auch in der AZ-Geschäftsstelle, Rosenstraße 2, erhältlich.

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