Neue Saison im Konzert Theater eröffnet
Mit Behaglichkeit und Bewunderung

Coesfeld. Mit dem wohl bekanntesten Motiv der Musikgeschichte eröffnete das Konzert Theater die neue Saison. „Auf dieses Konzert haben wir lange warten müssen“, erklärte Geschäftsführerin Dr. Ulrike Hoppe-Oehl den auf Abstand sitzenden Besuchern. Coronabedingt auch eine lockere Ordnung auf der Bühne: Das Orchester Anima Eterna Brügge sowie der Dresdner Kammerchor gastierten mit Werken von Mendelssohn, Brahms und Beethoven.

Dienstag, 08.09.2020, 16:08 Uhr
Das Orchester Anima Eterna Brügge sowie der Dresdner Kammerchor gastierten am Sonntag zum Saisonauftakt im Konzert Theater mit Werken von Mendelssohn, Brahms und Beethoven – coronabedingt in einer lockeren Ordnung auf der Bühne. Foto: Ulrich Wesseler

Die Sinfonie der Sinfonien: Als eines der populärsten Werke bleibt Beethovens Fünfte über alle Mythen, Programme und wissenschaftliche Deutungen hinweg in erster Linie eine wundervolle Musik. Der Komponist übt sich in dieser Sinfonie mit ihrem sicheren Bekanntheitsgrad satztechnisch nicht in Bescheidenheit, das Orchester unter der Leitung von Jos van Immerseel schon. Situationsbedingt verkleinert, dennoch mit Streichern, Holz-und Blechbläsern ausreichend besetzt, führte die energiegeladene Durchführung des ersten Satzes über einige Variationen des zweiten und das Menuett des dritten unmittelbar in das C-Dur des strahlenden Finales. Das konnte man mit einer gewissen Behaglichkeit genießen.

Im Beethoven-Jubiläumsjahr ein weiteres Werk: das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll, ähnlich spannungsreich wie die Sinfonie, und auch in „historischer Aufführung“. Ayako Ito bediente den Hammerflügel mit technischem Können und künstlerischem Empfinden. Und auch die Hörenden, die nicht unbedingt Anhänger dieser Spielpraxis sind, lobten ihre Sorgfalt und Akkuratesse.

Im zweiten Teil auch noch mal Beethoven: „Die Himmel rühmen“ stand inmitten mehrerer Stücke von Felix Mendelssohn: zunächst das vier- bis achtstimmige „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ sowie drei weitere Lieder, nach Anweisung des Komponisten „im Freien zu singen“. Hier stand in weitem Abstand der Dresdner Kammerchor unter Leitung von Tobias Mäthger auf der Bühne. Mit äußerster Homogenität, höchst sauberer Intonation und sprachlicher Präzision wurde ein Optimum an Ausdruck erreicht. Gesteigert noch durch folgende Sätze von Johannes Brahms für vierstimmigen Chor und Klavier, wie „O schöne Nacht“, „Abendlied“ und „Der Abend“ mit sehr dezenter Begleitung, und weitere, die man mit Behaglichkeit und voller Bewunderung für künstlerischen Chorgesang genießen konnte.

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