„Diekmann vs. Tranel – Das Duell“ auf der Freilichtbühne
Schule sorgt für Schlagabtausch

Coesfeld. So respektvoll und sachlich die beiden Kontrahenten auch bei sehr kritischen Fragen miteinander umgehen, plötzlich gerät das Duell tatsächlich zum Schlagabtausch. Schule, so lautet das Reizthema – im Vorfeld hat es schon für Diskussionen gesorgt, und auch gestern Abend treten die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten deutlich zutage. „Unsere Schulen leisten exzellente Arbeit, deshalb benötigen wir keine Gesamtschule“, betont Gerrit Tranel, während Eliza Diekmann keine Option ausschließen möchte: „Wenn eine Schule nicht mehr funktionieren sollte, werden wir ein gutes System finden.“

Donnerstag, 10.09.2020, 06:00 Uhr
Bereit für „das Duell“ auf der Freilichtbühne: (von links) AZ-Redaktionsleiter Frank Wittenberg, Gerrit Tranel, AZ-Verlagsleiter Christoph Grote, Eliza Diekmann und Detlef Scherle, Ressortchef Coesfeld bei der Allgemeinen Zeitung. Fotos (3): Leon Seyock Foto: az

Es ist das wohl größte Streitthema im Duell der beiden Bewerber um das Bürgermeister-Amt, zu dem unsere Zeitung gestern Abend auf die Freilichtbühne eingeladen hatte. Christoph Grote, Verlagsleiter der AZ, und Detlef Scherle, Ressortchef Coesfeld, warten mit spannenden, oft auch unerwarteten Fragen auf – Eliza Diekmann und Gerrit Tranel gehen weitgehend souverän damit um, auch wenn die Meinungen zwangsläufig mal auseinandergehen. Man respektiert sich, man duzt sich, fällt dem Gegenüber nur selten ins Wort. Doch beim Thema Schule sprühen die Funken. Nein, eine Kooperation mit anderen Orten will Gerrit Tranel nicht ausschließen, falls es in den nächsten Jahren mal um die Kreuzschule als letzte Hauptschule der Stadt nicht gut bestellt sein sollte: „So wie Billerbeck es zum Beispiel macht.“ Davon will Eliza Diekmann nichts wissen. „Coesfeld muss die Bildungsstadt in der Region sein“, betont sie. Kinder eventuell in andere Orte schicken? Nein, davon hält sie nichts. Ein anderes System finden, also eine Gesamtschule? „Die geht immer zu Lasten der bestehenden Schulen“, entgegnet Tranel. „Unsere Gymnasien und Realschulen in Frage zu stellen, ist der falsche Ansatz.“

Diekmann vs. Tranel - Das Duell

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Einig sind sich der CDU-Mann und die vom sogenannten Kleeblatt aus SPD, Pro Coesfeld, Grüne und Aktiv für Coesfeld unterstützte Bewerberin darin, dass die Personalausstattung der Verwaltung besser werden muss. „Immer weniger Leute können nicht immer mehr Arbeit verrichten“, sagt Tranel und führt ein Beispiel an: „Wenn Coesfeld einladend sein soll, muss ich auch die Möglichkeiten des Bauhofes aufbessern.“ An einigen Stellen hätte die Stadt schon eher investieren müssen, urteilt Eliza Diekmann und verweist auf die Schullandschaft, aber auch auf die Straßen im Innen- und Außenbereich.

Ob sie sich im Spannungsfeld „Kleeblatt“ mit teils unterschiedlichen Ansätzen behaupten könne? Daran hegt die 34-Jährige keinen Zweifel: „Ich kann die verschiedenen Meinungen zusammenbringen, das habe ich schon bewiesen.“ Eine Senkung der Gewerbesteuer strebt sie an. Nicht sofort, aber im Laufe der Amtszeit: „Damit werden wir als Wirtschaftsstandort attraktiv und können neue Unternehmen anlocken.“ Ein Zug, auf den Tranel gerne aufspringt. „Auch ich würde diesen Weg so gehen“, erklärt er. Er habe schon mit einigen Unternehmen gesprochen, die bereit seien, ihren Hauptsitz nach Coesfeld zu verlegen.

Noch einmal grenzen sich die beiden Bewerber ab, als es darum geht, wer denn besser dafür geeignet sei, die Nachfolge von Heinz Öhmann anzutreten. „Es reicht nicht aus, zu wollen – man muss es auch können“, verweist Gerrit Tranel auf seine Erfahrung in Kommunalpolitik und Verwaltungsarbeit. „Ich bin frisch im Kopf für neue Ideen und weiß, wen ich dafür ins Boot holen muss.“ Auf zu viel Fortsetzung des „Ist-Zustandes“ unter einem Bürgermeister Tranel legt Eliza Diekmann hingegen keinen Wert. „Wir brauchen Innovation und müssen alle dabei mitnehmen“, betont sie – und nimmt das Stichwort „mitnehmen“ zum Abschluss noch einmal humorvoll auf: „Gerrit, wenn Du am Sonntag Bürgermeister wirst, fahre ich Dich mit der Rikscha der IBP durch die ganze Stadt.“

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