Kursleiter der Volkshochschule erstellen persönliche Erklärvideos
Digital und analog am Ball bleiben

Coesfeld. Die Sitzordnung in den Kursräumen vermittelt bereits einen Eindruck des neuen Alltags in der Volkshochschule (VHS): Wie eine Schulklasse sitzen die Kursteilnehmer einzeln hintereinander an ihren Tischen, anstatt sich wie zuvor üblich im Kreis auszutauschen. Nachdem die Coronakrise auch die Programmplanung der VHS durcheinandergewirbelt hat, tastet sich die Bildungseinrichtung nun Schritt für Schritt in die Normalität zurück. Und auch wenn man dort noch längst nicht angekommen sei: „Corona hat uns noch einen zusätzlichen Drive gegeben“, sagt Dr. Mechtilde Boland-Theißen. Allerdings: Ein gedrucktes Kursprogramm wird es für 2021 nicht geben. „Das wäre zum Zeitpunkt der Kurse bereits wieder veraltet“, spricht die Leiterin der VHS noch einmal die herausfordernde Organisation an, die von allen ein hohes Maß an Flexibilität erfordere und einer „Achterbahnfahrt“ gleiche.

Mittwoch, 23.09.2020, 06:20 Uhr
Ob ganz analog mit einem verschickten Newsletter oder auch digital mit Online-Sprachkursen – die Coronakrise hat auch der VHS maximale Flexibilität abverlangt. Auch wenn noch nicht wieder alle Kurse möglich sind, darunter einige Bewegungs- und Kontaktsportkurse, wollen (v.l.) Jürgen Rasch, Y Cheau Deng, Dr. Mechtilde Boland-Theißen und Gudrun Kenning weiter am Ball bleiben. Foto: Florian Schütte

Flexibilität ist überhaupt das Stichwort und eine Stärke, auf die sich die VHS weiter besinnen will. „Wir nehmen regelmäßig alle Kurse in die Hand und schauen, was möglich ist. Und wir versuchen, alle analogen, aber auch digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen“, betont Boland-Theißen. Ein Newsletter mit Übungsaufgaben gehört genauso dazu wie die neuen Erklärvideos, die die Kursleiter ab Oktober für ihre Teilnehmer drehen – ganz persönliche Tutorials sozusagen. Diese Videoschnipsel sollen die angebotenen Kurse pädagogisch ergänzen.

Die Coronakrise hat aber auch der VHS deutlich aufgezeigt, wo der Schuh drückt: „Eine Schwäche ist sicherlich, dass wir nur bedingt eigene Räumlichkeiten haben“, erklärt Boland-Theißen, warum beispielsweise in Nottuln bis heute noch kaum Kurse stattfinden können. „Auch auf die Durchführung von Kontaktsportarten haben wir noch verzichtet“, fügt Gudrun Kenning, VHS-Fachbereichsleiterin Gesellschaft, Kultur, Gesundheit, hinzu. Ein Lichtblick: Ab heute starten wieder die Aqua-Kurse in der Vario-Halle im CoeBad. Entspannungskurse werden in 14-tägigem Rhythmus mit geteilten Gruppen durchgeführt, erklärt Kenning.

Positive wie negative Auswirkungen hat die Pandemie auch auf die Sprachkurse. Einerseits mussten vor allem in den Alphabetisierungskursen einige Teilnehmer wieder bei null anfangen. Andererseits spielten der VHS auch die guten technischen Voraussetzungen in die Karten. „Wir haben Online-Kurse ausprobiert und die Resonanz war sehr gut“, sagt Y Cheau Deng. „Daher wollen wir nun langfristig auch mit Online-Kursformaten arbeiten“, meint die VHS-Fachbereichsleiterin Sprachen und Literatur. „Es muss aber deswegen niemand Angst haben, dass er die analogen Kurse nicht mehr bekommt. Da wollen wir gnadenlos bedarfsorientiert sein“, hebt Boland-Theißen hervor. So könnten auch künftig sogar Kurse in den Ferien stattfinden, sofern es die Personallage zulasse.

Auch digital will die VHS „am Ball bleiben“, sagt Jürgen Rasch, VHS-Fachbereichsleiter Beruf und EDV. Mit den Erklärvideos würden auch die Kursleiter zunehmend an die Technik herangeführt und Berührungsängste abgebaut. Die größte Herausforderung sei es da noch, die Netzprobleme in den Griff zu bekommen. Das soll jedoch mit dem Glasfaserausbau bald der Vergangenheit angehören.

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