Entwurfsplanung für Umbau des Schulzentrums
Vorschläge des Nepo vom Tisch gewischt

Coesfeld. Maßnahmen, wie entstehende Mehrkosten kompensiert werden könnten, hat sie direkt mitgeliefert. Mit einem Schreiben wandte sich die Schulleitung des Gymnasiums Nepomucenum an die Verwaltung und Fraktionen des Rates – denn die vorliegende Entwurfsplanung zum Umbau des Schulzentrums entspreche „nicht den Vorstellungen der Schulleitung“. In seiner Sitzung am Mittwochabend befand der Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen über die Anregungen des Gymnasiums zur Anpassung der Entwurfsplanung. Bei einer Gegenstimme von Wolfgang Kraska (FDP) und zwei Enthaltungen von der SPD-Fraktion stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich dafür, an den bestehenden Planungen festzuhalten und die Vorschläge der Schulleitung nicht zu berücksichtigen. Konkret ging es dabei im Ausschuss um zwei Maßnahmen.

Freitag, 25.09.2020, 06:00 Uhr
Der millionenschwere Umbau des Schulzentrums war erneut Thema im Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen. Die Schulleitung des Gymnasiums Nepomucenum hatte in einem Schreiben an Verwaltung und Rat Vorschläge zur Anpassung der Entwurfsplanung geschildert. Die Ausschussmitglieder haben darüber befunden. Foto: Leon Seyock

Türen zu den Unterrichtsräumen: Nach Vorstellungen der Schulleitung sollen diese als Holzrahmentüren mit Glaseinsatz ausgeführt werden. Das soll für eine hohe Transparenz sorgen. Die Schule führt weiter aus, dass eine offene Atmosphäre die „geschlossenen Strukturen des Klassenraumes“ überwinde. Die Verwaltung verweist in der Sitzungsvorlage auf verglaste, feststehende Seitenteile, die laut der aktuellen Entwurfsplanung neben den Türen eingeplant und Glastüren aufgrund der nicht ausreichenden Durabilität ungeeignet seien. Das sah auch Thomas Michels (CDU) so: „Manchmal geht es in Schulen robuster zu“, äußerte er sich zu dem Thema. Zudem wies er auf einen erhöhten Reinigungsaufwand hin, den Glasflächen mit sich bringen würden. Wenn die Flure mit beaufsichtigt werden müssten, so die Meinung von Erich Prinz (Bündnis 90/Grüne), „dann können die Türen einfach geöffnet werden“. Auch Dieter Goerke (Alternative für Coesfeld) sieht in Holztüren „keine pädagogischen Hindernisse“. Anderer Meinung war Wolfgang Kraska (FDP), der eindringlich seine Meinung vertrat: „Die Schulleiteraufgabe wurde hier hervorragend wahrgenommen. Die Politik ist der Geldgeber und sollte nicht beurteilen, welche Maßnahmen pädagogisch sinnvoll sind und welche nicht.“ Die Schule wisse am besten, was sie brauche, „und diese Hinweise sollten wir ernst nehmen“. Die SPD, so André Kretschmer, wolle die Anregungen der Schulleitung zunächst genauer prüfen.
Lagerraum als multifunktionaler Probenraum: Der Instrumentenraum soll nach Wünschen der Schule auch als Probenraum genutzt werden können. Der rund 47 Quadratmeter große Raum liegt im Inneren des Gebäudes und verfügt nicht über Tageslicht und natürliche Belüftung. Eine Umnutzung entspreche laut Verwaltung nicht dem Raumprogramm, zudem sei ein Probenraum mit einer Fläche von 33 Quadratmetern bereits an anderer Stelle eingeplant. Zudem seien bei einer Umrüstung technische Anlagen (Lüftung und Klimatisierung) erforderlich. „Warum eigentlich nicht?“, fragte sich Wolfgang Kraska (FDP). Stadtbaurat Thomas Backes verwies auf die Folgekosten, die eine Umnutzung mit sich bringen würde. Dieter Goerke (Aktiv für Coesfeld) warf in den Raum, dass Kontakt zur Musikschule aufgenommen werden könne, um eine gemeinsame Lösung für einen Probenraum zu finden.
Backes stellte am Ende des Austausches klar, dass der Rat bereits das Budget für den gesamten Umbau des Schulzentrums auf 52,4 Millionen Euro gedeckelt habe. „Dahinter steckt eine detaillierte Kostenplanung“, begründete er die Beschlussvorschläge, die Anregungen der Schule nicht zu berücksichtigen. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss dem zu. Nun wird der Ausschuss für Kultur, Schule und Sport sowie der Rat darüber befinden.

Kompensation der Mehrkosten

Würden die von der Schulleitung gewünschten Maßnahmen ausgeführt werden, beliefen sich die Mehrkosten auf insgesamt 81 000 Euro. Davon entfallen 57 000 Euro auf die gewünschten Türen, der Probenraum würde mit 24 000 Euro (zuzüglich Nebenkosten) zu Buche schlagen. Hinzu kommen Betriebs- und Wartungskosten für erforderliche technische Anlagen. Aus einer Gegenüberstellung, die die Schulleitung in dem offen einsehbaren Schreiben liefert, geht hervor, dass diese besonders durch drei Maßnahmen kompensiert werden könnten: So wolle die Leitung auf den Austausch von Fahrradständern im Keller verzichten, auch der Außenklassenraum sowie auf die vom Objektplaner vorgesehenen Einbaumöbel könne aus Sicht der Schule verzichtet werden. Laut Verwaltung sollen die Fahrradständer ausgetauscht werden, da diese aus dem Jahr 1977 stammten, unpraktisch in der Handhabung seien und damit nicht zu einer fahrradfreundlichen Kommune passten. Das Außenklassenzimmer sei im Rahmen der Abstimmung mit der Unfallkasse und dem Sachverständiger für Freianalgen zur „Umlenkung des Spieldrucks“ (weg von den Skulpturen) eingebracht. Von einem Verzicht wird seitens der Verwaltung abgeraten, heißt es in der Vorlage. Auch auf die Einbaumöbel soll aus Gründen des Brandschutzes (Freihalten von Fluchtwegen) wie auch aus Gründen der Reizarmut und einer einheitlichen Gestaltung nicht verzichtet werden.   -lsy-

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