Coesfelder Tafel erhält Ehrenamtspreis
Dank direkt an die Basis gerichtet

Coesfeld. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Nachdem für den Stadtempfang im März bereits alles vorbereitet gewesen war und die traditionelle Ehrung der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, freut sich Bürgermeister Heinz Öhmann nun, einen Verein auszuzeichnen, „der sich nicht nur in Corona-Zeiten hervorgetan hat“. Die Coesfelder Tafel erhält den mit 1000 Euro von der Sparkasse Westmünsterland dotierten Ehrenamtspreis.

Freitag, 02.10.2020, 11:06 Uhr
Die Coesfelder Tafel erhält den Ehrenamtspreis, der von der Sparkasse Westmünsterland in diesem Fall mit einem Preisgeld von 1000 Euro ausgestattet wurde. Das Geld soll vor allem in Corona-Präventionsmaßnahmen fließen. Fotos: Florian Schütte Foto: az

„Ich bin immer wieder begeistert von dem Engagement der Menschen hier, das gerade jetzt in Pandemie-Zeiten von besonderer Bedeutung ist“, lobt auch Sparkassen-Filialdirektor Christian Overhage. „Da krieg ich ja eine Gänsehaut“, meint Hildegard Sonnenschein. Doch die Leiterin der Tafel verbindet ihren Dank auch mit einer Bitte: den Dank an die 120 Mitarbeiter weiterzugeben, die ehrenamtlich unermüdlich im Einsatz sind.

Gesagt, getan. Im Backshop der Tafel kommt die Jury des Ehrenamtspreises direkt mit den Mitarbeitern an der Basis ins Gespräch. „Das macht hier Spaß und wir reden ja nicht nur über Brot, sondern auch über andere Dinge“, sagt Waltraud Beermann lächelnd mit Blick auf die „Tafel-Familie“. Dem stimmt auch Waltraud Stein zu. „Ich bin seit einem halben Jahr Rentnerin und froh, dass ich wieder etwas zu tun habe.“

Weiter geht es in den Ausgabebereich für Obst und Gemüse, wo sich auch Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich engagieren. „Das ist gelebte Integration“, betont Hildegard Sonnenschein. Für die Mitarbeiter gibt es Applaus und ein herzliches Dankeschön von Öhmann und Overhage.

In der Corona-Hochzeit war die Coesfelder Tafel laut Sonnenschein die, die am kürzesten geschlossen hatte. „Wir hatten ja die Verantwortung gegenüber unseren Kunden und ihnen einfach nur Kisten nach draußen zu stellen, wäre unwürdig gewesen“, sagt Sonnenschein. 250 Bedarfsgemeinschaften betreut die Coesfelder Tafel zurzeit.

Profitiert hatte der Verein von zwei gut gefüllten Außenlagern, sodass Supermärkte nicht angefahren werden mussten. Auch für die Unterstützung der SG Coesfeld und des Seelsorge-Teams aus St. Lamberti ist die Leiterin der Tafel dankbar.

„Dass sich die Tafel so positiv als Unternehmen entwickelt hat, ist auch an den Personen festzumachen“, würdigte Öhmann noch einmal das Engagement der beiden Vorsitzenden Hildegard Sonnenschein und Ruth Tönnemann sowie des Tafel-Vorstandes. Neben dem sozialen Gedanken, stünde auch der Grundgedanke, Lebensmittel nicht wegzuwerfen. „Klimaschutz fängt eben im Kühlschrank an“, stimmte Sonnenschein zu.

Das Preisgeld würde laut Betriebsleiter Alexander Peters vor allem in Masken und Hygieneartikel fließen, „um den Alltag der Tafel weiter gewährleisten zu können“. 7 Die Tafel sucht zu jeder Zeit Ehrenamtliche für die Lebensmittelausgabe oder als Fahrer. Wer Interesse hat, meldet sich bei der Coesfelder Tafel unter Tel. 0173/2877835 oder Tel. 0170/7936027.

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