Ausbleibende Buchungen und Beherbergungsverbot treffen Reisebüros hart
Stornierungswellen statt Strandurlaub

Coesfeld. Wer in diesen Tagen aus dem vom Regen beschlagenen Fenster blickt, den könnte schnell das Fernweh packen – wenn im Hinterkopf nicht Begriffe wie „Reisewarnung“, „Risikogebiet“ oder „Beherbergungsverbot“ schwirrten. Doch auch wenn die Sehnsucht nach Sonne sich nur in begrenztem Maße stillen lässt – es gibt sie noch: Reiseziele, die die Coesfelder auch jetzt in den Ferien oder im November ansteuern können.

Freitag, 09.10.2020, 06:29 Uhr
Die Sehnsucht nach Sonne dürfte bei dem einen oder anderen angesichts der herbstlichen Witterung groß sein. Doch viele Urlauber sind so verunsichert, dass sie lieber gar nicht mehr verreisen. Foto: pixabay.com

„Griechenland, Italien und Portugal gehen auf jeden Fall“, sagt Christina Daldrup vom Reisebüro Schlagheck. In Griechenland sei sie selbst kürzlich noch gewesen. „Das ist gar kein Problem“, bezeugt Daldrup. Auf Kreta seien es zurzeit noch 25 Grad und das Wasser angenehm warm. Und dennoch habe sie keinen einzigen Last-Minute-Bucher. Im Gegenteil: „Wir haben noch zwei, drei Buchungen für die zweite Ferienwoche, bei denen wir drauf warten können, dass die auch noch storniert werden“, bedauert Daldrup, die schätzt, nicht einmal auf zehn Prozent des sonst üblichen Umsatzes zu kommen. „Es kommt einfach gar nichts mehr rein, weil die Leute total verunsichert sind“, sagt die Reiseverkehrskauffrau. Doch einen Tipp hat sie trotzdem noch. „Flusskreuzfahrten in kleinen Gruppen sind gut möglich. Wir hätten noch eine über Silvester im Angebot“, gibt Daldrup die Hoffnung nicht auf.

Die große Verunsicherung der potenziellen Urlauber sieht auch Annette Rabert vom Alltours-Reisecenter und nennt in diesem Zusammenhang den Vorteil einer Buchung im Reisebüro gegenüber der privaten Reiseplanung. „Wenn bei uns eine Reise abgesagt wird, gibt es Geld zurück.“ Zurzeit erlebe Rabert ein „Riesenchaos durch die regionalen Reisewarnungen“. „Was mache ich mit einer Familie, die von Mallorca auf Berlin umgebucht hat, wenn Berlin-Mitte jetzt Risikogebiet ist?“, fragt Rabert. Immerhin: Wer an seinem Reiseziel, zum Beispiel an der Nordsee, angekommen ist, kann laut Rabert rechtlich gesehen nicht wieder nach Hause geschickt werden, wenn plötzlich der eigene Herkunftsort zum Risikogebiet erklärt wird. Neben Griechenland, Kalabrien und Portugal wären auch die Emirate noch eine sonnige Option. „Auch da kann man mit einem negativen Coronatest einreisen“, sagt Rabert.

Auch Eva Jayatilaka erlebt im Reisebüro ABC-Touristik gerade Stillstand. Die meisten der betroffenen Herbsturlauber oder ihre Reiseveranstalter haben längst storniert. „Wir haben auch nichts mehr, was wir anbieten können“, ist Jayatilaka realistisch. Derzeit gibt es noch einige wenige Abreisende nach Griechenland, Zypern und in Teile Portugals. „Aber das sind keine Länder, in die die Leute gern im Oktober oder November noch reisen, um Strandurlaub zu machen.“ Für innerdeutsche Reisen sieht sie die Lage deutlich entspannter. Corona habe dazu geführt, dass auch die Urlaube im eigenen Land eher wieder übers Reisebüro gebucht würden. Dann habe man einen kompetenten Ansprechpartner, wenn Stornierungen erforderlich würden. Solange Coesfeld kein Corona-Hotspot ist, hält Jayatilaka Reiseziele in Deutschland für die Coesfelder für unbedenklich. Vor allem aber rät sie ihnen jetzt schon, für Sommer und Herbst 2021 zu buchen. „Die Konditionen sind gerade optimal und die Stornierungsbedingungen sehr großzügig“, weiß sie.

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