Rat splittet das Gesamtbudget und will mit 30 000 Euro Empfänger von Sozialleistungen unterstützen
Gesponserte Gutscheine für Bedürftige

Coesfeld. Der Nachschlag von 100 000 Euro für den gesponserten Coesfeld-Gutschein kommt – aber anders, als die CDU-Fraktion es beantragt und der Hauptausschuss vor zwei Wochen beschlossen hatte. Es wird nun doch eine besondere Lösung für sozial benachteiligte Menschen geben und die mit 20 Prozent (maximal 20 Euro) bezuschussten Gutscheine werden nicht nur online, sondern auch wieder im Rathaus erhältlich sein – so hat es der Rat in der letzten Sitzung seiner Wahlperiode beschlossen.

Samstag, 10.10.2020, 11:02 Uhr
Nicht nur online, sondern auch in der klassischen Form wird der Gutschein gesponsert und im Scheckkartenformat ausgegeben. Foto: Archiv

Günter Hallay (Pro Coesfeld) war es, der die Diskussion über eine soziale Komponente neu anfachte und eine höhere Bezuschussung der Gutscheine für Empfänger von Sozialleistungen forderte. Deutlich wies er die Position der CDU zurück, das Gutscheinsponsoring solle kein Sozialprojekt sein, sondern ein Mittel, um in der Corona-Krise den Umsatz anzukurbeln und Einzelhandel und Gastronomie vor Ort zu stärken. Unterstützung bekam Hallay von Erich Prinz (Grüne). „Es muss Möglichkeiten geben, eine Sozialförderung zu berücksichtigen“, appellierte er an seine Ratskollegen. Auch Thomas Stallmeyer (SPD) sprach sich dafür aus: „Das ist für uns als Sozialdemokraten der richtige Weg.“

Das sah Tobias Musholt (CDU) anders: „Wir verquicken in der Diskussion verschiedene Sachen. Wenn wir Bedürftige unterstützen wollen, können wir das ja tun und uns über ein entsprechendes Projekt Gedanken machen.“ Gerrit Tranel (CDU) schlug vor, eine Zweiteilung der Summe vorzunehmen und einen Teil für eine gesonderte Unterstützung sozial Benachteiligter vorzusehen. „Dann soll aber das Sozialamt einen Vorschlag unterbreiten, wie eine solche Lösung aussehen kann“, forderte Bürgermeister Heinz Öhmann.

Es brauchte eine Sitzungsunterbrechung und ein paar Minuten zur fraktionsinternen Beratung, bis der Kompromiss stand und einstimmig verabschiedet wurde – bei einer Enthaltung von Ralf Nielsen (SPD). 70 000 Euro werden fürs normale Gutschein-Sponsoring aufgelegt. 30 000 Euro stehen zur Verfügung, um eine spezielle Form für Bezieher von Sozialhilfe zu entwickeln – und zwar, nachdem der Sozialausschuss über das Verfahren beraten hat. Dabei soll geprüft werden, ob eine Kooperation mit der Tafel sinnvoll ist, die die Gutscheine verschenken könnte.

Hartnäckig blieben vor allem Pro Coesfeld und Grüne auch in ihrer Forderung, der gesponserte Gutschein müsse zusätzlich zum Online-Verkauf auch wieder im Rathaus erhältlich sein. Dringende Appelle von Bürgermeister Heinz Öhmann und Stefanie Borgert als Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins, dass die stationäre Ausgabe, die bei der ersten Sponsoring-Aktion auf große Resonanz gestoßen war, wegen des personellen Aufwands und der fehlenden Infrastruktur nicht erneut geleistet werden könne, schlugen sie in den Wind. Mit nur einer Stimme Mehrheit und gegen die CDU setzten sich die Befürworter der Verkaufsstelle durch.

Die Aktion beginnt noch im Oktober und läuft bis zum 30. Dezember – oder bis das Budget erschöpft ist.

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