Neuer Pächter für Traditionsgaststätte gesucht
Zukunft des Jägerhofs ist ungewiss

coesfeld. Was wird aus dem Jägerhof? Diese Frage treibt nicht nur all jene um, die dort – zum Teil seit vielen Jahren und in festen Runden – Stammgäste sind, sondern auch viele Coesfelder, für die die Traditionsgaststätte eng mit dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt verbunden ist. Fest steht: Für den Jägerhof wird zum 1. März 2021 ein neuer Pächter gesucht – so steht es nicht nur auf der Seite eines Immobilienmaklers, sondern das bestätigt auch Johanna Diemer, die das Hotel-Restaurant seit Anfang 2015 führt.

Samstag, 17.10.2020, 06:35 Uhr
Der Jägerhof ist eine Institution in Coesfeld. Hier haben viele Stammgäste ihre feste Adresse, Schützenfeste und Karneval sind ohne den Jägerhof nicht denkbar. Foto: Ulrike Deusch

„Dafür, dass ich mich nach dann sechs Jahren zurückziehen möchte, gibt es vor allem betriebliche, aber auch private Gründe“, sagt die Pächterin.

Diemer verhehlt aber auch nicht, dass die Corona-Krise das Haus getroffen hat. Nicht nur, dass sie wie viele Kollegen die Gastronomie lange schließen musste, es seien auch viele Übernachtungsgäste ausgeblieben, die sonst regelmäßig Zimmer gebucht haben – etwa Künstler aus dem Konzert Theater oder Radtouristen.

Die Chance, die Gäste während der warmen Jahreszeit draußen bewirten zu können, habe die Situation entspannt. Mit Blick auf den Winter gelte es jetzt aber, die weitere Entwicklung abzuwarten. „Die Zahl der Ruhetage haben wir wegen der aktuellen Situation von einem auf zwei erhöht“, erklärt sie. Montag und Dienstag bleibe der Jägerhof nun geschlossen.

Im Februar 2015 hatte die Hotelfachfrau Johanna Diemer zusammen mit dem damals schon im Jägerhof tätigen Koch Marcel Manseur den Betrieb von der damaligen Wirtin Maria Kiffmeyer übernommen. Die wollte sich, so hatte sie damals gesagt, ein bisschen mehr Ruhe gönnen. Maria Kiffmeyer ist bis heute die Besitzerin des Jägerhofs, wollte sich aber auf AZ-Anfrage nicht zum aktuellen Sachstand äußern.

Vor mehr als 170 Jahren – so ist es belegt – haben Reisende, die mit der Postkutsche unterwegs waren, das Haus in der Süringstraße erstmals als Station und Wirtshaus genutzt. Über mehrere Generationen wurde der Jägerhof von der Familie Kiffmeyer geführt.

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