Neue Eigentümerin sieht Potenzial in der Kupferpassage und sucht Mieter
Herz der City soll stärker schlagen

Coesfeld. Wenn Werner Bracht Ende des Jahres sein Herrenmodegeschäft Mens’ Fashion aus Altersgründen schließt, droht in der Kupferpassage der dritte Leerstand nach ehemals Benetton und Optik Schoppe. Wolfgang Schoppe ist bekanntlich innerhalb der Stadt umgezogen.

Mittwoch, 28.10.2020, 06:42 Uhr
Leerstand in der Kupferpassage – das gefällt der neuen Eigentümerin, der ERWE Immobilien AG, gar nicht. Mit ehemals Optik Schoppe, der umgezogen ist, ehemals Benetton und zum Jahresende Men’s Fashion gibt es bald drei abgeklebte Geschäfte. Foto: Ulrike Deusch

Doch angeblich gibt es gute Aussichten auf neue Nutzungen im „Herzen der City“ – zumindest wenn man den Worten der ERWE Immobilien AG glauben darf, die die Kupferpassage von der früheren Eigentümerin, der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, erworben hat. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, aber die ERWE plane ein Gesamtinvestment von rund 20 Millionen Euro, heißt es in einer Pressemitteilung zum Erwerb der Passage. Warum die Ärzteversorgung das 1985 errichtete Gebäude nicht halten wollte, war nicht zu erfahren.

Die ERWE Immobilien AG mit Sitz in Frankfurt bezeichnet sich selbst als „Spezialisten zur Entwicklung von innerstädtischen Gewerbeflächen in deutschen Klein- und Mittelstädten“. Für die rund zehn Prozent derzeit leer stehender Flächen in der circa 10 000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Kupferpassage sieht die ERWE „zusätzliches Entwicklungpotenzial“, sodass „nach zeitnah erwarteter Vermietung mit steigenden Mieteinnahmen zu rechnen sei. Mit anderen Worten: Der Immobilienspezialist betrachtet die Kupferpassage als wirtschaftlich interessant.

Wie sieht es konkret im Herzen der City aus? Gibt es Ideen für Nachnutzungen? „Für die zur Verfügung stehenden Flächen werden derzeit Nachmieter gesucht“, gibt Pressesprecher Jörg Bretschneider auf Anfrage Auskunft. Mit Blick auf das zur Süringstraße gelegene ehemalige Benetton spricht er von einem „starken Interessenten“. Für die weiteren Flächen werde eine Anschlussvermietung in den nächsten Monaten erwartet. Der Sprecher betont, dass die Kupferpassage bisher sehr gut durch die Corona-Krise gegangen sei. „Es wurden zwischenzeitlich mehrere Mietverträge für lange Laufzeiten verlängert.“ Die Restmietlaufzeit aller Mietverhältnisse in der Passage liege mit durchschnittlich fünf Jahren sehr hoch. Die Händler, insbesondere Filialisten, berichteten zwar von kleineren Umsatzrückgängen in den Monaten der Krise, jedoch seien diese deutlich niedriger gewesen als an anderen Standorten.

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