Stiftung Haus Hall mit Ernte auf der Plantage an der Marienburg zufrieden
Von Äpfeln, Quitten und Aroniabeeren

Coesfeld. Es sind die finalen Arbeiten der Saison, die zurzeit auf der Obstplantage der Stiftung Haus Hall an der Marienburg stattfinden: Die letzten Äpfel wurden vor wenigen Tagen geerntet und aktuell wird der Rest der gepflückten Quitten sortiert. „Dann werden wir in den kommenden Tagen noch Unkraut hacken und aufräumen“, berichtet Plantagenleiterin Alina Althoff bei einem Gang über die mittlerweile herbstlichen Felder. Die Ernte sei gut gelaufen in diesem Jahr.

Dienstag, 03.11.2020, 15:12 Uhr
Auf der Plantage der Stiftung Haus Hall an der Marienburg ist alles bio. Seit mehr als 30 Jahren wird das Obst dort angebaut, 2012 wurde umgestellt. Über den Winter unterstützen die meisten Beschäftigten die Montagegruppen von Haus Hall – bevor es im Frühjahr wieder nach draußen geht. Das Foto zeigt Plantagenleiterin Alina Althoff (r.) und die Beschäftigten Sabine Gröver und Thorsten Pöhling. Foto: Haus Hall

Von Anfang Mai bis Ende Oktober wurden immer wieder Früchte eingeholt, und die Ergebnisse können sich sehen lassen: 22 Tonnen Äpfel, fünf Tonnen Quitten, 2,4 Tonnen Holunder – übrigens 500 Kilo mehr als im vergangenen Jahr – und zwei Tonnen schwarze Johannisbeeren – im vergangenen Jahr sah es diesbezüglich bei ihnen noch ganz anders aus. „Da konnten wir nur 50 Kilo ernten“, so Alina Althoff über den starken Kontrast. Dass es nun hier und da besser gelaufen sei, habe nicht zuletzt auch den Grund, dass neue Bewässerungsschläuche gelegt werden konnten. „Die Trockenheit war in den vergangenen zwei bis drei Jahren immer wieder ein Thema, jetzt konnten wir dem etwas entgegensteuern.“ Nur bei den Birnen gab es ein paar frostbedingte Ausfälle.

Auf den insgesamt 12,5 Hektar bleibt übrigens kaum ein Obstwunsch offen: Äpfel, Birnen, Quitten, Rhabarber, Johannisbeeren, Holunder, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen, Stachelbeeren und Aroniabeeren gibt es dort. Rund 20 Angestellte sorgen dafür, dass die frischen Früchte nicht nur gepflanzt, gepflegt und geerntet werden, sondern am Ende auch ihren Weg in die angeschlossene Mosterei oder in den ebenfalls selbsthergestellten Fruchtaufstrich finden. „Wir haben viele Mostapfelsorten wie zum Beispiel Rewena oder Rebella. Dabei steht das „R“ für resistent“, erklärt die Expertin. Boskop und Elstar befinden sich aber auch auf dem Gelände. „Am Ende kommt es auf eine gute Mischung an. Wir haben nicht den Anspruch, dass zum Beispiel der Apfelsaft immer gleich schmeckt. Kleine Geschmacksabweichungen sind normal. Hauptsache, der Saft ist harmonisch. Nicht zu sauer, nicht zu süß.“

Das Coronavirus habe kaum Einfluss auf die Produktion gehabt, blickt Alina Althoff zurück. „Wir arbeiten draußen und können die Abstände einhalten. Aber als im März die Beschäftigten zu Hause bleiben mussten und wir nur noch drei statt knapp 20 Personen waren, wurde es doch etwas spannend.“ Schüler und Studenten hätten dann bei der Arbeit auf der Plantage geholfen. „Das hat rund acht Wochen gedauert, wir waren dann auch wieder die erste Gruppe, die arbeiten durfte.“ Und es war direkt viel zu tun, schließlich musste der erste Rhabarber vom Feld geholt werden.

Pläne für die kommende Zeit gibt es nun auch schon. „Wir möchten auf jeden Fall mehr Stachelbeeren anbauen, die brauchen wir noch für die Marmelade. Wir sind immer in enger Abstimmung mit dem Teams aus dem Fruchtaufstrich und der Mosterei.“ Und eine neue Sorte plant sie auch noch anzubauen und ergänzt mit einem Zwinkern. „Aber die verrate ich noch nicht.“

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