Vom Teil-Lockdown betroffen: Statt Präsenzunterricht digitale Unterweisung
Novemberstille in der Musikschule

Coesfeld. Still wird es den ganzen November lang in der Musikschule im Zentrum für Wissen, Bildung und Kultur an der Osterwicker Straße sein. Bis Ende des Monats hat das Land Nordrhein-Westfalen mit der Coronaschutzverordnung vom 30. Oktober den Betrieb der Musikschulen untersagt.

Mittwoch, 04.11.2020, 06:04 Uhr
Auch das Schlagzeug-Ensemble der Musikschule hatte im Frühsommer dieses Jahres mit geeigneten Schutzmaßnahmen wieder mit den Proben begonnen. Foto. Archiv Foto: az

„Insofern kann der Musikschul-Unterricht seit Beginn dieser Woche vorerst nicht mehr in Präsenzform durchgeführt werden“, teilt Bernd Mertens, Leiter der Musikschule, mit. Die Lehrkräfte würden sich bei ihren Schülern bezüglich des Online-Unterrichts melden.

Unterricht in großen Gruppen (zum Beispiel Kinderchor), den Orchestern und Ensemblefächern könne die Musikschule nicht in Online-Form anbieten. Dieser Unterricht müsse im November deshalb ersatzlos entfallen.

Auch Unterrichtsformate wie die musikalische Früherziehung und die Musikzwerge in den Kindertagesstätten und Grundschulen werde es im November nicht geben, teilt Mertens weiter mit. Lediglich das Programm „JeKits“ werde weiterhin in den Grundschulen durchgeführt.

JeKits (Abkürzung für: Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen) ist ein kulturelles Bildungsprogramm in Grund- und Förderschulen des Landes Nordrhein-Westfalen mit der Musikschule als Kooperationspartner.

Die Musikschule Coesfeld, Billerbeck, Rosendahl hatte nach dem Lockdown im Frühjahr und der Sommerferienpause erst am 12. August ihren Betrieb wieder hochgefahren. Ein durchdachtes Hygienkonzept sei erarbeitet und umgesetzt worden. Auch einige Orchester hätten bereits wieder ihre Proben aufnehmen können, indem die Musiker unter anderem den gebotenen Abstand voneinander eingehalten hätten. In mehreren Schritten sei man gemeinsam wieder aus dem Lockdown herausgekommen. Vor diesem Hintergrund bedauert Bernd Mertens es sehr, dass der Präsenzunterricht nun im November komplett wegfalle. Die Lehrkräfte würden weiterhin online Kontakt zu ihren Schülern halten. Wie die Unterrichtseinheiten dabei gestaltet und welche Endgeräte für den digitalen Unterricht genutzt würden, sei jeder Lehrkraft in Abstimmung mit den Schülern selbst überlassen.

„Der digitale Unterricht läuft richtig gut. Wir tun unser Bestes“, kommentiert Mertens. Aber dieser könne nun einmal nicht auf Dauer den Präsenzunterricht ersetzen. Dieser sei unerlässlich für die musikalische Ausbildung. Aktuell seien etwa tausend der insgesamt 1400 Musikschüler von der vorläufigen Einstellung des regulären Musikschulbetriebes im November betroffen.

Bernd Mertens hofft, dass sowohl die Schüler als auch deren Eltern und die Lehrer einen langen Atem haben. Denn der Ausfall des Präsenzunterrichts könne sich nachteilig auf die Motivation der Schüler auswirken.

Für Mertens hat die Musikschule einen Bildungsauftrag, der aktuell nicht erfüllt werden könne. Dass das Land Musikschulen komplett als Freizeiteinrichtung betrachte und deshalb im Rahmen der Corona-Schutzverordnung die Einstellung des Betriebs verfügt habe, könne er nicht verstehen. Zumindest Einzelunterricht hätte seiner Meinung nach mit gutem Gewissen unter Corona-Schutzauflagen weiterhin erteilt werden können.

Dr. Mechtilde Boland-Theißen, Vorsteherin des Zweckverbandes der Musikschule, teilt mit, dass man im Laufe dieser Woche nach weiteren Möglichkeiten suchen werde, die gegenwärtige Situation zu meistern. Es gebe bereits erste Ideen, die noch ausgelotet werden müssten, sagte sie, ohne bereits weitere Einzelheiten zu nennen.

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