Verein will Idee eines Inklusionshotels nicht weiterverfolgen
Hotel zur Mühle: IBP winkt ab

Coesfeld. Wer steigt ein in den gerade angelaufenen Bieterwettbewerb für das ehemalige Hotel zur Mühle und welches Nutzungskonzept legt er oder sie vor? Vielleicht der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP), der sich schon vor geraumer Zeit mit der Idee eines Inklusionshotels ins Gespräch gebracht hatte, in dem Klienten des IBP und Fachkräfte gemeinsam Gäste beherbergen und bewirten. Doch IBP-Geschäftsführer Martin Althoff winkt ab: „Wir sind raus. Wir glauben nicht, dass man mit dem Gebäude ein Hotel realisieren kann, zumal wenn man eine gewisse Rentabilität anstrebt. Wir hätten zusätzlich den Altbau gebraucht.“ Den Altbau, sprich die ehemalige Mühlenschänke, hat die Stadt Coesfeld jedoch an den Coesfelder Helmut Schumacher verkauft, der die Immobilie zusammen mit dem benachbarten Valkenhof gastronomisch entwickeln möchte. Der IBP wird laut Althoff die Idee des Inklusionshotels in Coesfeld nicht weiterverfolgen. „Ich wüsste kein Gebäude, das dafür infrage käme“, so Althoff. Außerdem konzentriere sich der IBP derzeit auf das Projekt Berkelmühle in Stadtlohn, wo der Verein künftig ein Bistro betreiben wird.

Freitag, 06.11.2020, 06:32 Uhr
Die Stadt Coesfeld möchte sich von ihrer Immobilie am Burgring, dem ehemaligen Hotel zur Mühle, trennen. Interessenten können bis Februar 2021 Preisgebote sowie ihre Nutzungskonzepte einreichen. Der Verein IBP will seinen Hut nicht in den Ring werfen. Foto: Christine Tibroni

Und Helmut Schumacher? Für ihn wäre doch ein kleines Hotel, noch dazu in unmittelbarer Nähe zum Valkenhof, eine ideale Abrundung des gastronomischen Konzepts mit Synergiepotenzial. „Wir prüfen derzeit, ob das Hotel zur Mühle ins Gesamtkonzept passt“, so der Unternehmer auf AZ-Anfrage.

Weitere potenzielle Kaufinteressenten sind nicht bekannt. Die Verwaltung als Herrin des Verfahrens hält sich erwartungsgemäß bedeckt. „Aus Gründen der Gleichbehandlung werden wir erst am Ende des Bewerbungsverfahrens etwas zum Stand sagen“, so Beigeordneter Thomas Backes. Davon abgesehen wäre es natürlich taktisch ungeschickt, sich als Verkäufer jetzt in die Karten schauen zu lassen.

Bewerbungsschluss ist der 9. Februar 2021. Bis dahin können Interessenten ihre Gebote abgeben, die neben dem Kaufpreis – der Mindestpreis liegt bei 464 000 Euro – auch ein Bau- und Nutzungskonzept enthalten müssen. Bei der Entscheidung über den Zuschlag, die dem Stadtrat obliegt, soll das Konzept stärker ins Gewicht fallen (60 %) als das Preisgebot (40 %).

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