Seit zwei Wochen ist das digitale Parkleitsystem in Betrieb
Freie Plätze heißt nicht freies Parken

Coesfeld. Freie Parkplätze, die das neue Parkleitsystem im Stadtgebiet anzeigt, heißt nicht unbedingt freies und erlaubtes Parken. Freitagvormittag, 10.30 Uhr. In der Innenstadt herrscht Marktbetrieb, dementsprechend frequentiert sind auch die Straßen in der Kreisstadt. Wer einen freien Parkplatz sucht, dem soll seit rund zwei Wochen mit dem neu eingerichteten und digitalen Parkleitsystem geholfen werden. In Echtzeit soll Autofahrern angezeigt werden, an welchen Stellen freie Plätze vorhanden sind. Aber wie verlässlich sind die Anzeigen? Stimmen die Angaben mit den tatsächlich freien Plätzen überein? Und wird die Parkplatzsuche damit erleichtert?

Montag, 09.11.2020, 06:15 Uhr
Die Suche nach einem freien Parkplatz gestaltet sich des Öfteren durchaus schwierig, besonders in der Innenstadt. Das neue und digitale Parkleitsystem (im Hintergrund) ist aber durchaus hilfreich bei der Suche nach einem freien Parkplatz, wie ein Test ergeben hat. Fotos: Leon Seyock Foto: az

Die Dülmener Straße stadteinwärts gefahren springt die erste Anzeige des neuen Parkleitsystems am Kreisverkehr in der Nähe des Real-Marktes ins Auge. 26 freie Plätze addiert das System am Parkplatz Mittelstraße und in der Marktgarage. Kurz macht sich Verwunderung breit, sind die beiden Plätze doch relativ weit voneinander entfernt. Weiter stadteinwärts werden die beiden Orte für Parkmöglichkeiten schließlich gesondert angezeigt; von den 26 sollen elf freie Plätze an der Mittelstraße zu finden sein. Ein Blick über den Platz zeigt – die Angabe passt, allerdings sind die freien Parkplätze für Menschen mit Behinderung miteinbezogen und Autofahrer ohne entsprechenden Ausweis können diese Stellplätze nicht nutzen.

Die „Parkroute“ führt weiter über die Wiesenstraße. Der nächste Abstecher geht zum Parkplatz an der Pfauengasse – der bekanntermaßen sehr gut genutzt wird und bei dem das gleiche zu beobachten ist: Vier freie Plätze zeigt die Tafel bereits an der Kupferstraße an – allerdings bestehen diese vier freien Parkplätze aus zweien, auf denen ebenfalls nur mit einem Behindertenausweis geparkt werden darf, die zwei weiteren Plätze sind vorgesehen zum Laden für E-Autos. Hier werden Autofahrer in diesem Moment bei ihrer Suche nach einer Parkmöglichkeit nicht fündig. Nur eine Straße weiter allerdings soll es 46 freie Plätze geben – die Davidstraße und die Tiefgarage unter der Kupferpassage zusammengerechnet.

Wer von Rosendahl aus in Coesfeld einfährt, wird unter anderem zum Parkplatz Marienring geleitet. Auf der Anzeige an der Kleinen Viehstraße leuchtet eine gelbe Zwölf – ein Blick über den Ring und den Parkplatz zeigt aber: Es sind in der Realität nur zwei freie Lücken sowie zwei Parkplätze für Menschen mit Behinderung.

Dass auf einigen Tafeln zunächst verschiedene Parkareale zusammengefasst werden, mag auf den ersten Blick durchaus unübersichtlich wirken. Allerdings ist jeder Platz mit einer eigenen Farbe unterlegt, was die Orientierung wiederum erleichtert. Je näher Autofahrer sich dem gewünschten Parkplatz oder Parkhaus nähern, desto eindeutiger werden die Anzeigen, hat ein Test ergeben. Hilfreich sind im Übrigen auch die nicht digitalen Schilder, die Autofahrer zu ihren gewünschten Zielen lotsen und mit denen auch Parkplätze ausgeschildert werden, die nicht von dem neuen System erfasst werden, darunter die Rekener Straße, das Kino oder Theater.

Insgesamt lohnt sich bei der Parkplatzsuche ein Blick auf das Parkleitsystem – auch wenn man bei nur einer geringen Anzahl an angegebenen freien Plätzen Gefahr läuft, dass diese für Menschen mit Behinderung beziehungsweise zum Laden von E-Autos vorgesehen sind und man daher einen anderen Parkplatz aufsuchen muss. Dem Ziel, die lästige Parkplatzsuche zu verkürzen und schneller zu freien Parkplätzen zu gelangen, wird das System jedenfalls gerecht.

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