Bauprojekt macht gute Fortschritte – Bäckerei Geiping wird Betreiber des Cafés
75 Prozent des Bahnhofs schon vermietet

Coesfeld. Draußen kommt gerade der Zug aus Münster an. Etwa zwei Dutzend Menschen mit Masken steigen aus und schlängeln sich links Richtung Innenstadt an der Großbaustelle vorbei. Wenn alles fertig ist – voraussichtlich im Frühjahr 2022, können sie einen Durchgang mitten durch das Gebäude nutzen – so wie früher. „Hier wird das Reisezentrum der Deutschen Bahn eingerichtet“, zeigt Wolfgang Hoffschlag, Geschäftsführer der Firma H+T-Konzeptbau (Vreden), die Raumaufteilung drinnen im Erdgeschoss des Rohbaus. Um sich vorzustellen, dass dort Reisende mit ihren Rollkoffern „anlanden“, einen Kaffee im benachbarten Bäckerei-Café trinken und dann vorne auf dem Vorplatz ein Taxi besteigen, bedarf es allerdings noch einiger Phantasie.

Mittwoch, 11.11.2020, 06:03 Uhr
Über den Dächern von Coesfeld: 15 bis 20 Facharbeiter arbeiten ständig auf der Bahnhofsbaustelle. Derzeit wird die dritte Etage in Angriff genommen. Der Verblender soll bereits im Dezember kommen. Fotos: ds Foto: az

Der Bahnhofsneubau, Kostenpunkt: 9,5 Millionen Euro, ist schon sehr gut voran gekommen. 15 bis 20 Facharbeiter sind täglich auf der Baustelle aktiv. Nur bei der Gründung gab es unter anderem wegen der aufwändigen Suche nach Kampfmitteln aus dem Krieg eine Verzögerung von etwa sechs Wochen, wie Hoffschlag erklärt – „aber das liegt noch alles im Rahmen“. Zwei Etagen sind schon fertig. An der dritten wird schon gearbeitet. „Und im Dezember wollen wir mit dem Verklinkern beginnen“, blickt er nach vorn.

Der Rohbau, den ständig die Arme von zwei großen Kränen umtänzeln, um Material in die Höhe zu schaffen, versprüht noch den herben Charme einer riesigen, staubigen Fabrikhalle mit Betonpfeilern und -wänden. Aber das wird. „Die innere Aufteilung der Räume erfolgt später im Trockenbau“, erklärt Hoffschlag bei einem Rundgang über Coesfelds derzeit wohl größte Baustelle. So könne ganz flexibel nach den Wünschen der künftigen Mieter geplant werden. 75 Prozent der Räume im ersten Bauabschnitt hat er schon vermietet. Da sollen Arztpraxen (eine sogar mit 1000 Quadratmetern), Büros und Wohnungen reinkommen. Eine Apotheke war im Erdgeschoss links vom Eingang neben dem Café auch geplant. Doch der Betreiber hat die Reißleine gezogen – wegen der Corona-Situation. Hoffschlag ist zuversichtlich, schnell Ersatz zu finden. Als Cafébetreiber steht inzwischen die Bäckerei Geiping fest, die auch draußen bewirten will. Zusammen mit dem neuen Restaurant im benachbarten, ehemaligen Caféhaus Braun könnte sich dort ein neuer gastronomischer Schwerpunkt in der Stadt entwickeln.

Unten rechts sind zwei Abteilungen für das Abstellen von Fahrrädern vorgesehen – schön luftig, als „Kaltgarage“ in Trägerschaft der Stadt. Eine ist noch ohne Boden. „Das wird vom Vorplatz her durchgepflastert“, erklärt Hoffschlag. Da kann dann jeder sein Fahrrad selbst einstellen und anschließen. Für edlere Gefährte sind darüber hinaus auch noch abschließbare Mietboxen im anderen Teil vorgesehen.

Dann geht’s über die Treppenanlage am Außengerüst nach oben bis auf den Boden der dritten Etage, die nun gerade begonnen wird. Die Vollendung erfolgt im neuen Jahr in Holzrahmenbauweise. Der Blick schweift übers trotz Corona geschäftige Coesfeld. „Der Standort ist einfach top, zentral, in Citynähe und mit Bahnanschluss“, schwärmt Hoffschlag. Und er denkt schon einen Schritt weiter, an den zweiten Bauabschnitt, der als Riegel vor der alten Güterabfertigung entstehen soll. „Da haben wir noch keine unterschriebenen Mietverträge“, erzählt er. Gebaut werden soll trotzdem schon. „Wir wären sogar schon dran“, unterstreicht er. Es fehle aber noch die Baugenehmigung der Stadt. Darauf hofft er nun bis zum Jahresende.

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